U19-Kapitän Bruno Vrcic

„Als Team zu gewinnen ist viel schöner“

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Er führte nicht nur sein Team an im NBBL-Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Breitengüßbach (84:80) an, auch bei den anschließenden Feierlichkeiten lag U19-Kapitän Bruno Vrcic, 18, mit seinen Emotionen ganz weit vorn: Er riss letztlich beherzt das Korbnetz vom Ring. Am Tag nach dem historischen Doppeltriumph der beiden meisterlichen Bayern-Teams beim TOP4 in Jena war der gebürtige Münchner im Interview aber schon wieder bei sich: entspannt und reflektiert.        

Bruno, zunächst einmal ganz herzliche Glückwünsche von allen hier zur deutschen Meisterschaft!

Bruno Vrcic: Vielen Dank!

Mit etwas Abstand: Wie habt Ihr gefeiert, wie fühlt es sich einen Tag später an?

Wir sind ja im Bus zurückgefahren, mit beiden Meisterteams, die U19 und die U16 zusammen – und da war die Stimmung natürlich super. Für die Feier überlegen wir uns noch was – da kommt noch was!

Können die Jüngeren aus dem JBBL-Team auch so feiern wie die älteren?

Natürlich! Wir waren im Bus kunterbunt gemischt und hatten unterwegs eine gute Zeit.

Du bist nach dem Finale auch noch als MVP des TOP4 ausgezeichnet worden, sogar von Bundestrainer Henrik Rödl persönlich . . .

Das war natürlich eine besondere Ehre für mich. Es war mein erster MVP-Titel, aber an dem Tag war das wirklich nicht das Wichtigste. Wenn man deutscher Meister wird, ist das nur eine Randerscheinung. Als Team zu gewinnen ist viel schöner.

Ihr habt Euch in den letzten Monaten als Team und individuell deutlich entwickelt, was sind die Gründe?

Wir haben hart gearbeitet, sehr gute Coaches und seit Anfang des Jahres in Emilio Kovacic zusätzlich noch einen Individualtrainer. Er hat uns mit seinem Team auf jeden Fall noch mal besser gemacht. Bei mir ist es der Zug zum Korb, das habe ich oft mit Emilio trainiert und auch im Halbfinale und Finale genutzt. Das ist unglaublich: Man merkt es zunächst gar nicht – und es passiert dann einfach. Emilio hat sehr gut mit uns trainiert und jedem von uns noch ein paar Worte nach Jena mitgegeben.

Ein kleiner Blick in die Zukunft: Nächstes Jahr steht Dein erstes komplettes Jahr im sogenannten Senioren-Basketball an.

Genau, das war mein letztes NBBL-Jahr. Ich bin jetzt schon drei Jahre Teil unserer ProB-Mannschaft, aber diese Saison hatte ich zum ersten Mal viel Spielzeit und auch eine größere Verantwortung im Team.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich das ProB-Team diesmal mit dem Einzug ins Playoff-Viertelfinale deutlich steigern. Habt Ihr schon Ziele für die kommende Spielzeit, als Team und auch Du persönlich?

Persönliche Ziele hat man immer, man will zum Beispiel immer aufsteigen. Wir haben gesehen, dass wir schon dieses Jahr fast um den Aufstieg hätten spielen können, wenn wir gegen Münster gewonnen hätten. Am Ende hatten wir auch etwas Pech und speziell mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Besonders das Fehlen von Viktor Frankl-Maus, unserem Kapitän, tat natürlich weh. Die Coaches haben jetzt noch keine Ziele vorgegeben, aber als Spieler haben wir natürlich solche Ziele, der Ehrgeiz ist immer da.

Die Verletzungen waren auch ein Thema beim TOP4, euer Halbfinal-Gegner Alba Berlin kam dann auch noch mit Bundesliga-Erfahrung in Person von Mattissek daher. Offenbar war dann aber euer Motto: Jetzt erst recht, wir holen den Titel auch für die Jungs, die nicht mitspielen können.

Die Situation kannten wir ja schon, wir hatten diese Saison immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Zuletzt hat es auch noch Noah Jallow erwischt, der sich beim ANGT in Vítoria einen Kreuzbandriss zuzog. Bei mehreren anderen Spielern wussten wir auch nicht, ob sie bis zum TOP4 noch fit werden. Aber wie gesagt, die Erfahrung mussten wir die ganze Saison machen und wussten somit, wie wir damit umgehen müssen. Wir haben genug gute Jungs, mit denen wir Ausfälle kompensieren können. Natürlich hat Jonas Mattisseck bei Berlin mitgespielt, aber viele von uns kennen ihn aus der Nationalmannschaft und haben schon mit oder gegen ihn gespielt. Wir wussten also, wie wir gegen ihn spielen müssen.

Was steht jetzt für Dich im Sommer an, bevor die Vorbereitung zur neuen Saison startet?

Jetzt steht erstmal die Vorbereitung auf die Nationalmannschaft auf dem Programm, nun fangen die Lehrgänge an. Wenn es klappt, wird es für mich die U20-Europameisterschaft in Tel Aviv werden. Wenn ich in den Kader berufen werden, habe ich dann anschließend auch mal etwas Urlaub.

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