93:88 im Overtime-Thriller

Die Bayern verteidigen den Titel und sind wieder Deutscher Meister!

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Die Basketballer des FC Bayern München haben auch das dritte Finalspiel der Best-of-five-Serie gegen Alba Berlin gewonnen und mit der Titelverteidigung die fünfte Deutsche Meisterschaft errungen. Vor 6.500 Zuschauern im restlos ausverkauften Audi Dome gelang den Münchnern durch den hart erkämpften 93:88-Erfolg (76:76/32:46) in einem dramatischen Overtimer-Thriller das Kunststück, die Playoffs mit 9:0-Siegen zu bewältigen. Gegen lange imponierende Berliner, die über weite Strecken der Partie mit zwischenzeitlich 15 Punkten führten, war eine bemerkenswerte Energieleistung notwendig, um den Vizemeister erneut niederzuringen.

FCBB-Rekordspieler Nihad Djedovic wurde zum wertvollsten Spieler (MVP) der Finalserie gewählt, bester Werfer war mit 23 Punkten der überragende Leader Vladimir Lucic.

Präsident Uli Hoeneß: „Eine überragende Leistung“

Mit der Titelverteidigung endet für den FCBB nach exakt 75 Pflichtspielen eine lange, aber überaus erfolgreiche Saison: In der BBL leistete man sich lediglich drei Niederlagen und sicherte sich die Meisterschaft eindrucksvoll mit drei Sweeps in den Playoffs; im höchsten europäischen Wettbewerb, der EuroLeague, gelang den Bayern mit spektakulären Erfolgen etwa gegen Fenerbahce Istanbul oder gegen den FC Barcelona und insgesamt 14 Siegen das bislang beste deutsche Ergebnis. Für die Münchner ist es inklusive der deutschen Meisterschaften der U19 und U16 die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.

 

 

 

 

Dienstag ab 17.30 Uhr am Nockherberg

Die Titelverteidigung und den Saisonabschluss feiert das Team mit den Fans am kommenden Dienstag (25. Juni) ab 17.30 Uhr im Paulaner am Nockherberg. Dabei gibt es neben ausreichend Autogrammen und Selfies mit dem kompletten Team auch Freibier aus der „33-Liter-pro-Dreier“-Aktion von Paulaner.  

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 15:22, 17:24, 19:16, 25:14, 17:12.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Vladimir Lucic (23 Punkte/4 Dreier), Nihad Djedovic (18/6 Assists), Danilo Barthel (15), Stefan Jovic (12/6 Assists), Derrick Williams (8), Maodo Lo (6), Nemanja Dangubic (4), Devin Booker (4), Leon Radosevic (2), Petteri Koponen (1), Alex King und Robin Amaize (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer Bayern München: „Zunächst einmal Gratulation an meine Spieler, an den Verein, alle Mitarbeiter, an das Management und die Fans. Das war wieder ein schweres Spiel. Berlin hat erneut großartig gespielt, aber in den letzten sieben Minuten haben wir dann noch einmal alles gegeben und anders gespielt als bis dahin. Es waren insgesamt drei harte Spiele. Berlin hatte einen großen Vorsprung, aber wir sind zusammengeblieben, haben uns dann in der Defense und Offense richtig gesteigert und die Verlängerung nach dem ersten großen Wurf (von Lucic) kontrolliert.  Es war eine lange Saison mit vielen Spielen, auch in der EuroLeague mit einer ganz eigenen Runde in einem komplett anderen Wettbewerb. Da so konstant zu bleiben, mit nur drei Niederlagen in der regulären BBL-Saison und der Pokalniederlage hier gegen Alba, und nun die Playoffs mit 9:0 beendet – was soll man dazu sagen? Nihad war in der Serie gegen Alba sehr wichtig für uns.“

Uli Hoeneß, FCBB-Präsident: „Das war kein Spiel für schwache Nerven. Es war eine überragende Leistung, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen.“

Nihad Djedovic: „Der MVP-Titel ist nicht wichtig für mich. Wichtig ist, dass wir die Meisterschaft gewonnen haben. Und am schönsten ist es wirklich, in meiner Stadt München Meister zu werden, dieses Gefühl ist unbezahlbar.”

Vladimir Lucic: „Es ist ein wundervolles Gefühl, wir haben die ganze Saison dafür gearbeitet. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben so lange so hart gekämpft."

1. Viertel

Stefan Jovic, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Devin Booker bildeten die erste Fünf von FCBB-Coach Dejan Radonjic im ausverkauften, proppenvollen Audi Dome. Im Gegensatz zu den beiden ersten Partien gelang den Bayern der erste Korberfolg - Stefan Jovic verwandelte aus der Mitteldistanz (2:0/1. Spielminute). Die Bayern spielten beeindruckend fokussiert und wie aus einem Guss, nach vier Minuten hatten vier Starter gescort, der Titelverteidiger führte 11:5 (5.). Die Berliner fletschten aber die Zähne und ließen sich nicht abschütteln, drei Minuten später waren sie auf 13:12 herangerückt. Nihad Djedovic bot einmal mehr eine starke Vorstellung und erzielte im Auftaktviertel neun Punkte. Ein erfolgreicher Dreier des Berliners Tim Schneider brachte die Gäste erstmals in Führung (15:17/8.).

Die Bayern agierten vor allem in der Offensive etwas unglücklich, die Hauptstädter wussten das geschickt auszunutzen und wendeten das Blatt. Nach dem ersten Viertel lagen die Münchner 15:22 zurück.

2. Viertel

Die Berliner bewegten den Ball flott und trafen ihre freien Würfe, der Offensivmotor der Bayern geriet zu häufig ins Stottern - einen 8:0-Lauf von ALBA stoppte Coach Radonjic mit einer Auszeit (15:28/12.). Vladimir Lucic beendete die Treffer-Flaute der Münchner mit einem stürmisch bejubelten Dreier zum 18:28 (12.). Die Bayern mühten sich redlich, den Anschluss wiederherzustellen und den Rückstand wenigstens in den einstelligen Bereich zu drücken (23:32/15.). Die auf das Parkett gebrachte Energie beider Teams war besonders in der Verteidigung beachtlich, die Spieler hechteten jedem Ball hinterher und kämpften um jeden Zentimeter des Spielfeldes. Der Unterschied der Kontrahenten war in der Offensive zu finden: Die Gäste trafen ganz einfach besser (Berlin 58 Prozent, Bayern 38 Prozent) und leisteten sich weniger Ballverluste (Berlin 6, Bayern 10). Ein Dreier von Derrick Williams stiftete Hoffnung (29:39/18.), aber der Drei-Punkte-Wurf von Berlins Derrick Walton besiegelte den recht deutlichen 32:46-Rückstand der Münchner nach der ersten Halbzeit.

3. Viertel

Vladimir Lucic eröffnete das dritte Viertel mit einem gefühlvollen Korbleger und gab damit das Signal zur Aufholjagd unter der Regie von Stefan Jovic, der entweder selbst traf oder seine Mitspieler fein bediente (43:50/23.). Wie aus dem Nichts verloren die Bayern aber wieder den Faden, ALBA schockte die Fans der Roten mit einem erneuten trockenen 8:0-Lauf, Auszeit FCBB (43:58/25.). Der Korb der Berliner war wie vernagelt, immerhin gelangen den Bayern einige Pünktchen von der Freiwurflinie (46:58/27.). Die Tatsache, dass Berlin drei Minuten  ohne Korberfolg blieb, ließ hoffen, aber die durchaus vorhandenen guten und offenen Würfe der Münchner wollten einfach nicht fallen, und so blieb der Rückstand der Bayern nach 30 Minuten im zweistelligen Bereich - 51:62.

4. Viertel

Die Fans wussten natürlich, dass sie die Mannschaft nun anschieben mussten und feuerten die Roten frenetisch an - und der vielbeschworene Funke sprang tatsächlich über: Die Verteidigung provozierte Berliner Ballverluste, vorne dunkte Barthel, und ein Lucic-Dreier zwang Alba-Coach Aito zur Auszeit (56:64/32.). Maodo Lo traf per Sprungwurf aus der Mitteldistanz, ein Alley-Oop-Dunking von Derrick Williams brachte den Audi Dome zum Ausrasten (60:64/33.). Der FCBB war endlich im Rhythmus, die Titelverteidigung war zum Greifen nahe. Ein Dreier von Albatros Giedraitis verschaffte den Berlinern etwas Luft, Vladimir Lucic konterte umgehend mit einem entschlossenen Korbleger (64:69/35.).

Ein Dreier von Stefan Jovic brachte die Bayern auf 69:71 heran (38.), Lucic glich pünktlich zur Crunchtime zum 71:71 aus. Djedovic besorgte den Roten die Führung, aber Berlins Youngster Wagner gelang ein Drei-Punkt-Spiel, und nach einem Ballverlust der Bayern nutzte Peyton Siva die Chance - Auszeit München (73:76/noch 55 Sekunden). 41 Sekunden vor dem Ende ergriff Vladimir Lucic die Initiative und versenkte den Dreier mit Foul zum 76:76-Ausgleich. Die Berliner verwarfen, und die Bayern hatten die Chance zum Sieg in der regulären Spielzeit, doch der Korbleger von Williams kullerte wieder vom Ring - Verlängerung.

Verlängerung

Vladimir Lucic fackelte nicht lange und versenkte den Dreier nach zehn Sekunden zur 79:76-Führung. Danilo Barthel gab sich nach einem Foul von der Freiwurflinie keine Blöße (81:78/43.), und 127 Sekunden vor dem wahrscheinlichen Ende traf er den Dreier zur 84:80-Führung. Die Verteidigung der Bayern stand felsenfest, Derrick Williams war beim Offensivrebound auf dem Posten und verwertete 60 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung einen Djedovic-Fehlwurf per Putback-Dunk zur vorentscheidenden 86:80-Führung. Ein Drei-Punkt-Spiel von Nihad Djedovic war der Haken hinter der Mission Titelverteidigung - der FC Bayern Basketball ist Deutscher Meister 2019.

 

Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner, Eirich

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