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106:85: Mitreißende Bayern holen den Meistertitel und das Double

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Die Basketballer des FC Bayern München sind zum vierten Mal in der Vereinshistorie Deutscher Meister, damit holen sie in dieser Saison das Double. Den Showdown im fünften und entscheidenden Playoff-Finale gegen Alba Berlin entschied der Pokalsieger und Hauptrunden-Gewinner mit 106:85 (58:39) Punkten eindrucksvoll und mitreißend für sich.

6.500 Zuschauer im restlos ausverkauften Audi Dome, darunter Präsident Uli Hoeneß, erlebten durch und durch fokussierte Münchner, die sich bereits im ersten Viertel vorentscheidend absetzten und den stark kämpfenden Berlinern nicht den Hauch einer Chance auf den ersten Titel nach zehn Jahren ließen.

Gleich sechs FCBB-Profis punkteten zweistellig im Team von Trainer Dejan Radonjic, 29 Assists untermauerten eine beeindruckende Mannschaftsleistung. FCBB-Rekordspieler Nihad Djedovic war mit 19 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern, zum MVP der Finalserie wurde Nationalspieler Danilo Barthel gekürt. Sein Team spielt damit in der kommenden Saison wieder in der europäischen Königsklasse, der EuroLeague, für die man ab 2019 ohnehin eine Wildcard erhält.

Nach einem stimmungsvollen Meet-&-Greet bei Paulaner-Freibier mit den Fans im Foyer des Audi Dome feierten die Bayern bis zum neuen Tag mit ihren Familien und dem Office-Team in der „Rodman Bar“ im Glockenbach-Viertel den erfolgreichen Abschluss einer denkwürdigen Saison. Die offizielle Fanparty steigt am Dienstag, 19. Juni, ab 18 Uhr im Paulaner am Nockherberg. Dort steht das Team noch einmal für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 

32:19, 26:20, 28:22, 20:24.

Für den FC Bayern Basketball spielten: 

Nihad Djedovic (19 Punkte/3 Dreier), Jared Cunningham (16/5 Assists), Devin Booker (14), Danilo Barthel (12), Vladimir Lucic (12), Reggie Redding (11), Alex King (8), Stefan Jovic (5/6 Assists), Maik Zirbes (5), Anton Gavel (4), Karim Jallow und Amar Gegic.

Dejan Radonjic, Cheftrainer des FCBB:  

„Gratulation an Alba für eine exzellente Saison. Wir haben heute großartig gespielt und das Spiel komplett kontrolliert; wir haben verstanden, wie wir auftreten müssen. Wir hatten jetzt 14 Spiele in den Playoffs, das war sehr schwierig, weil wir davon nur zwei Matches alle Spieler gesund beisammen hatten, abgesehen von Macvan. Aber jetzt können wir genießen und feiern. Natürlich habe ich hier keinen einfachen Job übernommen, aber jetzt ist alles okay und es hat sich gelohnt. Darüber bin ich sehr glücklich und ich bedanke mich bei allen im Klub.“

Danilo Barthel: 

„Meinen Award hätte jeder im Team verdient, er geht an die gesamte Mannschaft. Wir haben heute so toll gespielt und ich bin einfach glücklich, dass wir Deutscher Meister sind. Wir sind heute noch aggressiver und dominanter gewesen. Danke an alle, die uns unterstützt haben.“

Nihad Djedovic: 

„Dieser Titel bedeutet unheimlich viel. Ich bin jetzt das fünfte Jahr bei Bayern, und dieser Verein arbeitet unheimlich hart. Das ist die Krönung einer schwierigen Saison. Wir wussten, dass es heute nur von uns abhängt.“

Reggie Redding: 

„Wir sind jetzt alle sehr erschöpft nach diesen zehn Monaten. Aber das Ziel war es, dieses letzte Spiel der Saison zu gewinnen – und wir haben es getan. Für Spiel fünf kannst du nichts mehr vorbereiten oder trainieren, du musst es einfach hinkriegen, und das haben wir. Ich bin so glücklich mit meinen Jungs, es fühlt sich großartig an.“

Anton Gavel: 

„Dieses Titel bedeutet unheimlich viel, er belohnt unsere harte Arbeit über die gesamte Saison. Die Playoffs waren sehr schwer, schon die erste Serie gegen Frankfurt. Wir sind durch Höhen, aber auch Tiefen gegangen, umso stolzer bin ich jetzt mit den Jungs, dass wir das geschafft haben. Jetzt wird ordentlich gefeiert.“

Devin Booker: 

„Das war das letzte Spiel der Saison, da musst du alles geben, da müssen alle Emotionen raus, und das haben wir gemacht. Das war das beste Spiel überhaupt. Wir wussten, dass wir von Beginn an richtig loslegen mussten. Wir haben ein Höllenspiel rausgelassen, wir haben alles auf dem Court gelassen.“

Vladimir Lucic: 

„Wir waren heute einfach bereit für dieses Spiel. Mit allen Aufs und Abs, mit den Problemen, die wir hatten, sind wir als Team gewachsen und haben gezeigt, dass wir das beste Team in Deutschland sind.“

1. Viertel

Das definitiv letzte und gleichzeitig wichtigste Spiel der Saison begann FCBB-Coach Dejan Radonjic in einem sensationell emotional brodelnden Audi Dome mit den Startern Stefan Jovic, Jared Cunningham, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Devin Booker. Die Bayern fanden ordentlich ins Spiel: Gleich der erste Wurf, ein Dreier von Jared Cunningham, fand in den Korb der Berliner und ließ den Dome zum ersten Mal erbeben (3:0/1. Spielminute). Die Verteidigung der Münchner packte zu, vorne hämmerte Devin Booker den Ball nach einem Offensivrebound durch die Reuse, Danilo Barthel erhöhte per Dreier zum 8:3 (4.). Mit welchem Willen die Bayern zu Werke gingen, demonstrierte eine mitreißende Aktion von Jared Cunningham, der den Berliner Marius Grigonis in einer schier unglaublichen Höhe beim Drei-Punkte-Wurf blockte (13:6/5.). Wenig später wurde es noch lauter im Rund der olympischen Basketball-Halle von 1972, als Devin Booker den Alley-Oop zur ersten zweistelligen Führung einhändig in den Korb zimmerte (19:8/7.). Ein weiterer Dunking von Maik Zirbes erhöhte den Vorsprung auf 25:12, doch dann war Niels Giffey in kurzem Abstand zwei Mal von jenseits der Drei-Punkte-Linie erfolgreich, Auszeit Bayern (25:18/9.). Zwei Treffer von Vladimir Lucic stoppten das Aufbäumen der Berliner, ein Dreier von Reggie Redding fünf Sekunden vor Ablauf des ersten Spielabschnittes hievte die Führung wieder in einen vielversprechenden Bereich - 32:19.

2. Viertel

Auch das zweite Viertel begann der Pokalsieger stark, indem er in einem Angriff zwei Mal den Offensivrebound holte, dies wurde mit zwei Zählern von Reggie Redding belohnt (34:19/12.). Die Mannschaft von FCBB-Coach Dejan Radonjic spielte großartig in dieser Phase und ließ sich durch die giftige Verteidigung der Berliner nicht irritieren, Stefan Jovic hatte alles im Griff. Ein Höhepunkt folgte auf den nächsten: Nihad Djedovic per Dunking zum 43:27 (15.), „Luftwaffe“ Jared Cunningham dunkte zum 45:30 (16.). Die Berliner blieben natürlich gefährlich, doch München war auf dem Posten und hatte Antworten parat; knapp drei Minuten vor der Halbzeit war dies ein Dreier von Nihad Djedovic - Auszeit Berlin (48:34/17.). Die Roten waren voll fokussiert, leisteten sich so gut wie keine Ballverluste und verteidigten mit maximaler Leidenschaft. Ein Dreier von  Alex King ließ die Führung auf über 20 Punkte anwachsen, der Dome tobte (58:36/19.). Nach einer packenden ersten Halbzeit lagen die Bayern 58:39 vorne.

3. Viertel

Die Hauptstädter kamen wild entschlossen aus der Kabine: Spencer Butterfield wirbelte, erzielte zehn Punkte in Folge und verkürzte den Rückstand der Berliner im Alleingang auf 60:49 (23.) - Auszeit München. Unmittelbar nach der kurzen Besprechung fasste sich Stefan Jovic ein Herz und verwandelte den Dreier zum 63:49 (23.). Obwohl die Verlockung groß war, verwendeten die Fans die Klatschpappen nicht als Fächer, sondern feuerten die Roten an. Maik Zirbes traf nach einem schulbuchmäßig vorgetragenen Pick-and-Roll mit Stefan Jovic, dann schlug aus einem Schnellangriff heraus ein Dunking von Alex King im Berliner Korb ein (69:53/27.). Die Münchner waren wieder in der Spur, verteidigten mit Hingabe und setzten sich Punkt um Punkt ab, auch von der Freiwurflinie (75:56/27.). Ein clever herausgespielte Korbleger von Devin Booker mit Ablauf der Wurfuhr brachte den Vorsprung wieder über die psychologisch bedeutsame Marke der 20 Punkte (79:58/29.), ein Dreier von Alex King trug maßgeblich zu einem vermutlich neuen Lautstärke-Rekord im Audi Dome bei (82:58/19.), dicht gefolgt vom Djedovic-Buzzerbeater zur 86:61-Führung nach dem dritten Viertel.

4. Viertel

Die Fans der Bayern standen und stimmten sich bestens gelaunt auf die Feierlichkeiten ein, der in beträchtlicher Zahl angereiste Anhang der Berliner feierte indes bereits vergangene Meisterschaften, weil wohl alle spürten, wer hier heute nach vier Jahren am Drücker war. Die Münchner waren jetzt darauf bedacht, während ihrer Angriffe viel Zeit von der Uhr zu nehmen und dann noch zum Korberfolg zu kommen - Nihad Djedovic war zur Stelle (92:71/34.). Die bewundernswert tapferen Berliner konnten machen, was sie wollten, die Münchner waren zur Stelle und hielten die Führung konstant im Bereich um die 20 Punkte (96:75/35.). Die begeisterten Fans kamen in den Genuss des ein oder anderen Kabinettsstückchens, zum Beispiel ein Alley-Oop-Dunking von Vladimir Lucic (98:76/36.). Sogar Reggie Redding schwang sich nach einem Ballgewinn noch zu einem Dunking auf (103:79/38.), doch das Spielgeschehen versank während der letzten Sekunden im Siegestaumel und in den Feierlichkeiten zur Übergabe der Meistertrophäe.

DAS FANFEST DES DOUBLE-GEWINNERS:

WANN: Dienstag, 19. Juni, ab 18 Uhr

WO: Paulaner am Nockherberg, Hochstraße 77, 81541 München

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