Nervenstarke Bayern

Gegen Mailand zum neunten EuroLeague-Sieg

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Die Basketballer des FC Bayern München haben am 18. Spieltag der EuroLeague die richtungsweisende Partie im Kampf um die begehrten Playoff-Plätze gegen den Italienischen Meister Mailand 93:87 (53:45) gewonnen und gleichen ihr Konto somit wieder aus - neun Siege, neun Niederlagen. 5.137 Zuschauer im  Audi Dome sahen eine lange tempogeladene und spannende Partie, in der die Bayern nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in Fahrt kamen und die ersten drei Viertel für sich entscheiden konnten – ehe sie zu Beginn des abschließenden Viertels etwas außer Tritt gerieten. In der Crunchtime hielt der Deutsche Meister aber energisch dagegen, ein Dreier von Maodo Lo und die Nervenstärke von Nihad Djedovic von der Freiwurflinie sicherten den so wichtigen EuroLeague-Erfolg. Lo und Djedovic waren mit jeweils 18 Punkten die erfolgreichsten Werfer der Münchner.

Keine 48 Stunden nach der EuroLeague-Partie geht es im Audi Dome erneut zur Sache: Am Sonntag, 13.1., um 18 Uhr gastiert Frankfurt beim deutschen Meister, der seine Rekord-Siegesserie in der BBL auf 15 ausbauen will.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 23:22, 30:23, 24:23, 16:19.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Maodo Lo (18 Punkte/4 Dreier/5 Assists), Nihad Djedovic (18), Petteri Koponen (14/3 Dreier), Stefan Jovic (14), Danilo Barthel (9), Derrick Williams (8/6 Rebounds), Vladimir Lucic (7), Marvin Ogunsipe (3), Nemanja Dangubic (2), Leon Radosevic, Braydon Hobbs (dnp) und Robin Amaize (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, FCBB-Cheftrainer: „Nach einem nicht ganz so starken Beginn sind wir immer besser ins Spiel gekommen und haben exzellent von der Dreierlinie getroffen. In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel kontrolliert; defensiv haben wir ein paar Fehler gemacht, aber gegen ein Team wie Armani Mailand und Topscorer James ist das normal. Letztendlich waren wir das bessere Team, haben verdient gewonnen und ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft.“

Maodo Lo, Spieler FCBB: „Wir müssen sicher gehen, dass wir die Heimspiele gewinnen, da es in der EuroLeague sehr schwer ist, auswärts Punkte mitzunehmen. Ich denke wir sind trotz der Auswärtsreisen sehr fit und müssen einfach immer schauen, dass wir gut regenerieren.“

Simone Pianigiani, Coach Mailand: „Wir waren heute einfach in der schlechteren Verfassung als der FC Bayern, wir hatten nicht genügend Energie.“

1. Viertel

Als Bayerns Starting Five genossen Stefan Jovic, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Leon Radosevic das Vertrauen von FCBB-Coach Dejan Radonjic. Mike James, der Topscorer der EuroLeague auf Seiten der Italiener, eröffnete den Punktereigen per Dreier, im unmittelbaren Gegenzug antwortete Stefan Jovic umgehend ebenfalls mit einem Drei-Punkte-Wurf (3:3/1. Spielminute). Die Gäste pirschten sich etwas davon (6:11/3.), doch Vladimir Lucic sorgte mit einem energischen Dunking für ein deutliches Statement (8:11/4.). Von ihrem Rhythmus waren die Münchner aber noch etwas entfernt, da taten ein Korbleger von Nihad Djedovic und ein Dreier von Maodo Lo ausgesprochen gut (15:16/6.). Spielmacher Maodo Lo setzte Marvin Ogunsipe fein in Szene, der den Ball unbedrängt und beidhändig in den Korb der Mailänder stopfte (17:18/7.). Lo war in dieser Phase der Dreh- und Angelpunkt  im Bayernspiel, ein weiterer Dreier von ihm bedeutete die erste Führung für die Münchner (21:20/9.), die auch nach dem ersten Viertel die Nase knapp vorn hatten - 23:22.

2. Viertel

Petteri Koponen, der finnische Distanz-Spezialist, fackelte nach elf Sekunden des zweiten Spielabschnittes nicht lange und versenkte den Dreier zur 26:22-Führung und dann gleich einen weiteren zum 29:24 (12.). Die Begegnung wurde intensiver, Vladimir Lucic wurde beim Dreier gefoult, traf ihn aber dennoch - und auch Nihad Djedovic war von jenseits der 6,75m-Linie erfolgreich (47:38/17.) - Auszeit Mailand. Die Unterbrechung vermochte allerdings nicht, den Lauf der Roten zu stoppen: Ein Dunking von Derrick Williams markierte die erste zweistellige Führung des Deutschen Meisters (49:38/17.). Vor dem Seitenwechsel führten die Münchner vor allem dank einer ausgezeichneten Dreierquote von 75 Prozent und der durch 15 Assists belegten mannschaftlichen Geschlossenheit mit 53:45 Punkten.

3. Viertel

Die Mailänder kamen extrem motiviert aus der Kabine und legten vor, die Bayern waren jedoch vorbereitet, nahmen den Kampf an und hielten dagegen. FCBB-Kapitän Danilo Barthel verwandelte einen Dreier und hielt die Italiener dadurch zweistellig auf Distanz (60:50/23.). Der FCBB agierte entschlossen und konzentriert, aus einer aufmerksamen Defensive heraus wurde der Ball schnell nach vorne getrieben und Danilo Barthel erzielte seinen sechsten und siebten Punkt in diesem Spielabschnitt (66:52/25.). Der quirlige Mike James hielt die Gäste im Spiel und traf entweder selbst oder versorgte seine Mitspieler mit Assists - FCBB-Coach Dejan Radonjic nahm angesichts des schmelzenden Vorsprungs vorsichtshalber eine Auszeit (69:59/28.). Zwei Zehntelsekunden vor dem Viertelende wurde Stefan Jovic beim Wurf gefoult, von den fälligen Freiwürfen verwandelte er immerhin einen zum 77:68.

4. Viertel

Zum Entsetzen der Fans ließen die Bayern die ersten beiden hundertprozentigen Chancen ungenutzt, gleichzeitig gelang den Italienern aber auch kein Korberfolg. Nach über zwei Minuten schlängelte sich Stefan Jovic gewitzt in die Mailänder Zone und scorte per Floater zum 79:68 (33.). Die Münchner verloren dann aber komplett den Faden und verloren den Ball im Angriff ein ums andere Mal, ein Koponen-Sprungwurf von der Freiwurflinie stoppte den Abwärtstrend (81:73/35.). Als die Mailänder auf 81:77 herangekommen waren, wurde Derrick Williams gesucht und gefunden, sein Drei-Punkt-Spiel verschaffte den Roten etwas Luft (84:77/38.). In der entscheidenden Phase legten die Bayern den Hebel nochmal um und waren plötzlich wieder voll auf dem Posten: Vladimir Lucic war direkt unter dem Gästekorb erfolgreich, ein Dreier von Maodo Lo hievte den Vorsprung 91 Sekunden vor dem Ende in den zweistelligen Bereich (89:79). Aber die Messe war tatsächlich noch nicht gelesen, die Bayern gaben den Ball erneut fahrlässig verloren - 37 Sekunden vor Schluss brachten drei versenkte James-Freiwürfe die Gäste auf vier Punkte heran (89:85). Djedovic wurde zwei Mal gefoult, doch da hätten die taktischen Fouls schlechtere Freiwerfer treffen können: Er verwandelte nervenstark alle vier Versuche und verhinderte somit, dass die Bayern noch von der Siegesstraße in Richtung des neunten EuroLeague-Erfolges abzubringen waren.

Impressionen vom Spiel (Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner, Eirich & Albertini | EuroLeague)

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