83:81

Bayern bezwingt Berlin und bleibt in der BBL unbesiegt

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Die Basketballer des FC Bayern München haben sich im an Spannung kaum zu überbietenden BBL-Spitzenspiel gegen Alba Berlin mit 83:81 (45:43) Punkten durchgesetzt. Damit bauen sie nicht nur die Tabellenführung aus, sondern auch den Rekord auf elf Siege in Serie. Im ausverkauften Audi Dome erlebten 6.500 Zuschauer eine packende und hochklassige Partie, in der die Bayern lange führten und ihre erfrischend frechen Verfolger aus Berlin erst in den letzten Sekunden niederringen konnten. Ein überragender Derrick Williams war mit 26 Punkten erneut der erfolgreichste Werfer der Münchner, der mit einer sensationell guten Trefferquote überzeugte, indem er sich bei 18 Würfen lediglich drei Fehlversuche leistete.

Nach der EuroLeague-Auswärtspartie in Mailand (Mittwoch, 19.12., 20.45 Uhr) stehen im Audi Dome vier Heimspiele in Folge auf dem Programm: Madrid (EuroLeague), Berlin (BBL-Pokal), Würzburg (BBL) und Podgorica (EuroLeague).

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 23:19, 22:24, 24:14, 14:24.

Für den FC Bayern Basketball spielten: Derrick Williams (26 Punkte), Petteri Koponen (14/3 Dreier), Maodo Lo (12), Nihad Djedovic (11), Leon Radosevic (9), Danilo Barthel ((6), Vladimir Lucic (3), Stefan Jovic (2), Nemanja Dangubic, Marvin Ogunsipe, Robin Amaize (dnp) und Braydon Hobbs (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, FCBB-Cheftrainer: „Zunächst sind wir froh über den Sieg – das ist für mich das Wichtigste nach dem Sieg am Freitag gegen Kaunas. Es war heute ein Spiel mit vielen Auf und Abs, wie es zu erwarten war. Wir haben viel zu viele Punkte nach offensiven Rebounds zugelassen. So ist es schwer zu gewinnen. Aber nochmal: Das Wichtigste ist der Sieg. Vielen Dank an unsere Fans für die super Unterstützung, das war sehr wichtig für uns heute.“

Aíto García Renesses, Headcoach Alba: „Gratulation an Bayern, sie haben gut gespielt. Wir müssen längere Phasen gut spielen. Die Teams, die im EuroCup spielen haben zwei Spiele jede Woche, aber für die Teams, die in der EuroLeague spielen, ist es noch viel härter: Sie spielen drei, vier Spiele jede Woche. Das ist eine schwierige Situation, da es schwierig ist in diesen Wochen zu trainieren.“

Petteri Koponen: „Nach dem Sieg am Freitag war es nicht leicht. Wir müssen uns auf jedes Spiel 100 Prozent vorbereiten. Das ganze Team hat gekämpft und wir haben gewonnen, das ist das, was wir wollten. Es ist natürlich schwierig mit diesen ganzen Spielen, aber das ist unser Job und wir sind Profis. Am Mittwoch in Mailand, am Freitag Real, es kommt ein Spiel nach dem anderen. Das ist hart, aber das ist auch der Grund, warum wir zwölf gute Spieler haben. Jeder kann dem Team helfen, wenn er auf den Platz kommt und so war es heute auch.“

1. Viertel

Maodo Lo, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Marvin Ogunsipe bildeten die Startformation der Bayern, die keine zwei Tage nach dem EuroLeague-Erfolg gegen Zalgiris Kaunas recht ordentlich in die Partie fanden und den natürlich top motivierten Berlinern von der ersten Sekunde an Paroli boten. FCBB-Kapitän Danilo Barthel erzielte die erste Führung der Bayern (6:4/3. Spielminute), und nach einer großartigen Verteidigungsaktion von Nihad Djedovic war Maodo Lo mit einem Drei-Punkt-Spiel erfolgreich (9:4/3.). Die Münchner hatten die Müdigkeit offensichtlich erfolgreich aus den Gliedern geschüttelt und hielten die Hauptstädter erfolgreich in Schach (14:9/5. - 17:11/7.). Als die Offensive des aktuellen Meisters jedoch etwas ins Stocken geriet, war der aktuelle Vizemeister sofort zur Stelle und kam vor allem durch seinen Neuzugang Landry Nnoko zum 19:19-Ausgleich (9.), aber die Sekunden bis zur ersten Viertelpause nutzten die Roten, um die Führung wieder herzustellen - 23:19.

2. Viertel

Die Verteidigung der Bayern arbeitete hervorragend und verhinderte jegliches gegnerisches Durchkommen zum Korb, vorne bediente Spielmacher Stefan Jovic seinen Mitspieler Leon Radosevic punktgenau (25:19/11.) - Auszeit Berlin. Die Gelben antworteten mit zwei Dreiern und glichen zum 25:25 aus, woraufhin FCBB-Coach Dejan Radonjic den passenden Moment für eine Auszeit erkannte (13.). Maodo Lo kam zurück und steuerte sofort einen Dreier ins Ziel, Nihad Djedovic zog couragiert zum Korb - die Bayern führten wieder (30:25/14.). München glänzte mit einer ausgezeichneten Trefferquote von jenseits der 6,75m-Linie (60 Prozent in Halbzeit eins), auch die beiden nächsten Versuche von Maodo Lo und Derrick Williams verfehlten ihr Ziel nicht (36:29/15.). Derrick Williams knüpfte nahtlos an seine Gala-Vorstellung gegen Kaunas an, holte sich einen Offensivrebound, fackelte nicht lange und hämmerte den Ball in den Berliner Korb (38:31/16.). Die Berliner machten den Münchnern vor allem beim Defensivrebound zu schaffen und schnappten ihnen wiederholt die Bälle vor der Nase weg. Die zweiten Chancen nutzten sie zu einem 5:0-Lauf und veranlassten Coach Radonjic zu einer erneuten Auszeit (39:36/18.). Das Momentum kippte nach und nach zu Gunsten der Berliner, doch den zweimaligen Führungswechsel konterte beide Male Petteri Koponen mit zwei Dreiern - 45:43 nach dem zweiten Viertel.

3. Viertel

Beide Teams begannen die zweite Halbzeit nervös und leisteten sich drei Ballverluste in Folge. Derrick Williams traf artistisch zum 47:45 (22.), doch Berlins Luke Sikma war mit einem Dreier für den erneuten Führungswechsel erfolgreich (47:48/22.). Die Bayern bewahrten die Ruhe und drehten den Spieß wieder um, maßgeblich verantwortlich war neben einer mannschaftlich überragenden Verteidigung hauptsächlich Derrick Williams, der dem Spiel erneut seinen Stempel aufdrückte und mit elf Punkten in diesem Viertel nahezu alleine für die von den Fans bejubelte 58:50-Führung sorgte (26.). Nihad Djedovic wurde gedoppelt, schüttelte seine Widersacher aber mit Leichtigkeit ab und erzielte die erste zweistellige Führung der Bayern mit einem Korbleger (60:50/28.). Der FCBB ging nun souverän zu Werke und hielt den Vorsprung bis zur letzten Viertelpause erfolgreich im psychologisch bedeutenden zweistelligen Bereich, 69:57 nach 30 Minuten.

4. Viertel

Die Berliner gaben sich aber selbstverständlich noch längst nicht geschlagen und eröffneten den letzten Spielabschnitt mit vier schnellen Punkten, aber Petteri Koponen war wieder einmal mit dem wertvollen Dreier zur Stelle (71:61/32.). Die Fans rieben sich die Augen, denn die Hauptstädter verkürzten binnen einer Minute mit zwei Dreiern auf 71:67 - Auszeit München (33.). Erneut war Petteri Koponen auf dem Posten und versenkte einen Dreier, mit dem er maßgeblich zur Stabilisierung des Münchner Spiels beitrug (74:68/34.). Wenig später tat es ihm Vladimir Lucic gleich: Der Drei-Punkte-Wurf saß (79:70/35.). Derrick Williams arbeitete sowohl defensiv als auch offensiv sensationell gut, sein Dreier markierte die 82:73-Führung der Roten (36.). Doch plötzlich gerieten die Münchner zum Entsetzen der Fans offensiv ins Straucheln und gestatteten den Berlinern einen 9:0-Lauf - Auszeit München (82:81/noch 28 Sekunden). Nervenstark brachten die Bayern die Zeit von der Uhr, von zwei Freiwürfen traf Petteri Koponen sechs Sekunden vor dem Ende allerdings nur einen, und Niels Giffey hatte noch den Wurf zum Sieg von knapp hinter der Mittellinie auf der Hand, doch dieser letzte verzweifelte Versuch verfehlte das Ziel denkbar knapp - elfter BBL-Sieg der Bayern in Folge.

Die nächsten Spiele der Bayern:

  • Mi., 19.12., 20:45 Uhr: Armani Mailand – FCBB (EuroLeague)
  • Fr., 21.12., 20 Uhr: FCBB – Real Madrid (EuroLeague)
  • So., 23.12., 18 Uhr: FCBB – Alba Berlin (BBL-Pokal)
  • Mi., 26.12., 18 Uhr: FCBB – Würzburg (BBL)
  • Fr., 28.12., 20:30 Uhr: FCBB – Buducnost Podgorica (EuroLeague)
  • So., 30.12., 20.30 Uhr: Bamberg – FCBB (BBL)

 

Impressionen vom Spiel (Foto-Credit: Stickel & Rauchensteiner)

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