70:78 gegen Berlin

Titelverteidiger Bayern verliert im Viertelfinale

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Die Basketballer des FC Bayern München haben im Viertelfinale des BBL-Pokals gegen Alba Berlin mit 70:78 (40:41) Punkten verloren und verpassen damit nach dem Cupsieg im vergangenen Jahr die Chance auf die Titelverteidigung. Im ausverkauften Audi Dome erlebten 6.500 Zuschauer, wie die Bayern den Anstrengungen der letzten Tage letztlich nicht ganz unerwartet Tribut zollen mussten: Der FCBB erkämpfte sich gegen ausgeruhte Berliner mehrfach die Führung, insgesamt 18 Führungswechsel zeugten von der knisternden Spannung der Partie. In den letzten Minuten trafen allerdings die Hauptstädter besser und beendeten die Partie mit einem 9:0-Lauf. Derrick Williams war mit 15 Punkten der erfolgreichste Werfer der Münchner vor Petteri Koponen, der seine 13 Zähler vor der Pause mit einer hundertprozentigen Wurfausbeute (5/5) erzielte. Das Rebound-Duell verlor der FCBB, weiterhin ohne Devin Booker (Sprunggelenk) 28:42.

Bereits an diesem Mittwoch, dem zweiten Weihnachtsfeiertag (26.12.), findet der Heimspiel-Marathon mit der BBL-Partie gegen Würzburg seine Fortsetzung (18 Uhr), bevor gegen Podgorica in der EuroLeague das letzte Spiel des Kalenderjahres im Audi Dome steigt (Freitag, 28.12., 20.30 Uhr), inklusive eines Konzerts von SIDO bei „Music meets Basketball“.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 24:21, 16:20, 15:20, 15:17.

FC Bayern Basketball: Derrick Williams (15 Punkte), Petteri Koponen (13/3 Dreier), Maodo Lo (9), Nihad Djedovic (9), Vladimir Lucic (6), Danilo Barthel (6), Nemanja Dangubic (5), Leon Radosevic (4), Braydon Hobbs (3), Marvin Ogunsipe und Alex King.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer des FCBB: „Wir haben zu viele Fehler gemacht, einfache Korbleger vergeben und viele unnötige Turnover produziert. Berlin hat mit viel Energie gespielt und am Ende die wichtigen Würfe getroffen. Gratulation an Berlin. Den Spielplan lasse ich nicht als Ausrede gelten.“

Alejandro Garcia Reneses, Cheftrainer Berlin: „Für uns ist es ein wichtiger Sieg gegen Bayern. Alle Spiele sind schwierig, die gegen Bayern besonders. Wir haben konstanter gespielt als letzte Woche.“

1. Viertel

Stefan Jovic, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Marvin Ogunsipe starteten für die Bayern in die Viertelfinal-Partie und benötigten ungewohnt lange, um einigermaßen auf Betriebstemperatur zu kommen: Nach über zwei Minuten erzielte Nihad Djedovic zwar die ersten Punkte für München, einen Dreier zur 3:2-Führung (3. Spielminute), aber der Rhythmus wollte sich nicht so recht einstellen im Spiel der Bayern. Die Roten taten sich hinten schwer, vorne wollten die Würfe partout nicht in den Korb der Berliner, die ihrerseits zu einem 8:0-Lauf ansetzten und so FCBB-Coach Dejan Radonjic zur Auszeit zwangen (5:12/5.). Die Besprechung zeigte zur großen Erleichterung der Fans im ausverkauften Rund Wirkung, die Münchner fanden zurück in die Spur, pirschten sich heran und glichen durch einen Dreier von Maodo Lo zum 14:14 aus (8.). Die letzte Minute gehörte eindeutig den Bayern, die durch die fleischgewordene Initialzündung Derrick Williams und sein Drei-Punkt-Spiel zum Angriff bliesen und die Fans mit einem 8:0-Lauf begeisterten - 24:21 nach dem ersten Viertel.

2. Viertel

Petteri Koponen fackelte nicht lange und versenkte nach elf Sekunden des zweiten Spielabschnittes seinen zweiten Dreier, die Berliner konterten mit einem 7:0-Lauf, der erst von Koponen mit einem Sprungwurf gestoppt wurde (29:28/13.). Der Finne war „on fire“ in diesem Viertel: Er erzielte bis zur fünften Minute alle zehn Punkte des FCBB und sorgte nahezu im Alleingang für die 34:28-Führung (5.). Die Kontrahenten beharkten sich auf hohem Niveau auf Augenhöhe und entwickelten ein hochklassiges Tempo. Die daraus entstehende Spannung mit häufigen Führungswechseln war ein vor-gezogenes Weihnachtsgeschenk beider Teams an ihre Fans (35:34/16. - 37:39/18.). Die Münchner waren gerade dabei, etwas den Faden zu verlieren, da kam der Hobbs-Faktor gerade recht - sein Dreier zum 40:41-Anschlusstreffer war gleichzeitig der Spielstand zur Halbzeit.

3. Viertel

Beide Teams begannen die zweite Halbzeit recht zerfahren, die Bayern benötigten geschlagene zwei Minuten für den ersten Treffer, Vladimir Lucic zum 42:44 (23.). Die Defensive der Roten funktionierte allerdings recht gut, so dass sich die Gelben immerhin nicht absetzen konnten. Derrick Williams stibitzte den Ball, stürmte zum Korb und verwandelte die wegen des Fouls folgenden Freiwürfe sicher (46:46/25.). Ein Lucic-Dunking aus dem Fastbreak heraus riss die Fans von den Sitzen (48:50/26.). Derrick Williams wurde gedoppelt und fand den logischerweise freien Mann: Maodo Lo versenkte den Drei-Punkte-Wurf zum 51:51-Ausgleich, ehe Williams sein Team mit zwei Freiwürfen endlich in Führung brachte (53:51/28.). Die Albatrosse konterten jedoch umgehend mit einem 7:0-Lauf, Auszeit Bayern (53:58/29.). Nach dem dritten Viertel sahen sich die Münchner mit einem 55:61-Rückstand konfrontiert.

4. Viertel

Der finale Spielabschnitt begann mit einem Paukenschlag von Derrick Williams, er erkämpfte sich den Ballgewinn, hämmerte den Ball mit links durch den Ring der Berliner und läutete so einen 7:0-Lauf ein, der nicht nur die 62:61-Führung besorgte, sondern die längst stehenden Fans komplett begeisterte (62:61/33.). Die Bayern mobilisierten die letzten Reserven und kämpften leidenschaftlich um jeden Ball. Nemanja Dangubic und Nihad Djedovic verhalfen den Münchnern zur 65:63-Führung, da schockte der junge Albatros Jonas Mattisseck die Roten mit seinem vierten Dreier (65:66/35.). Djedovic Dreier, Giedraitis Dreier - die Führung wechselte mit jedem Wurf. Mattisseck verwandelte auch seinen fünften Drei-Punkte Wurf, der FCBB lag 70:72 hinten (38.). Die Bayern hatten mehrere Möglichkeiten, das Blatt zu wenden, aber die Würfe verfehlten ihr Ziel. Berlins Landry Nnoko traf 58 Sekunden vor dem Ende zum 68:72, Auszeit FCBB. Derrick Williams’ Drei-Punkte-Wurf fand nicht in den Korb, das Spiel war verloren.

 

Impressionen vom Spiel (Foto-Credit: Stickel & Rauchensteiner)

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