Spielbericht

88:84: Bayern besiegen Kaunas in einem echten EuroLeague-Thriller

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Die Basketballer des FC Bayern München haben am zwölften Spieltag der EuroLeague nach einer starken Leistung gegen Zalgiris Kaunas, den Abonnement-Meister Litauens, 88:84 (46:38) gewonnen. Vor 4.537 Zuschauern nahm die Partie nach einem verhaltenen ersten Viertel im zweiten Abschnitt richtig Fahrt auf und entwickelte sich nach der Pause zu einem mitreißenden Krimi, in dem mental starke Bayern während der Schlussphase die besseren Entscheidungen trafen – und bereits den sechsten Sieg in der Königsklasse einfuhren. Derrick Williams war mit 27 Punkten der herausragende Werfer der Münchner, darüber hinaus sammelte er sieben Rebounds.

Den Bayern bleiben nun nur 40 Stunden Zeit zur Regeneration: Am Sonntag, ist Alba Berlin zum BBL-Spitzenspiel zu Gast im Audi Dome (15 Uhr), bevor die Bayern dann nach der EuroLeague-Auswärtspartie in Mailand (Mittwoch, 19.12., 20.45 Uhr) im Zwei-Tage-Rhythmus gegen Real Madrid, erneut Berlin (Pokal), Würzburg und Podgorica vier Heimspiele in Serie bestreiten.

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 18:12, 28:26, 17:23, 25:23.

FC Bayern Basketball: Derrick Williams (27 Punkte/3 Dreier/7 Rebounds), Vladimir Lucic (11), Nihad Djedovic (11), Stefan Jovic (11), Maodo Lo (8), Danilo Barthel (6), Petteri Koponen (5), Leon Radosevic (5), Nemanja Dangubic (2), Marvin Ogunsipe (2), Robin Amaize und Braydon Hobbs.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, FCBB-Cheftrainer: „Es war ein gutes und interessantes Spiel. Wir haben vor allem in der ersten Hälfte sehr gut gespielt. Am Ende war es sehr knapp, aber wir haben es geschafft – ein großartiger Sieg für uns. Danke an die Fans für den Support. Jetzt müssen wir uns auf Sonntag und das Spiel gegen Alba Berlin fokussieren, das in weniger als 40 Stunden beginnt.“

Stefan Jovic: „Wir haben uns am Ende in der Defensive gesteigert. Das ist ein großer Sieg für uns. Und das ist auch ein Sieg für Devin Booker.“

Sarunas Jasikevicius, Chefoach Kaunas: „Die Bayern haben über 40 Minuten gesehen verdient gewonnen. Wir hatten gute Momente im Spiel, aber das hat nicht gereicht. Wir hätten es Bayern schwerer machen müssen, aber das haben wir nicht. Im nächsten Spiel müssen wir es besser machen.“

1. Viertel

Die erste Fünf setzte sich aus Maodo Lo, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Marvin Ogunsipe zusammen. Die Gäste starteten besser in die Partie, indem sie konsequent über ihren Topscorer Brandon Davies spielten - die Bayern taten sich schwer und benötigten über drei Minuten, bis Lucic den ersten Korb für das Heimteam erzielte (2:4/4. Spielminute). Jovic verpasste dem Spielaufbau der Münchner Ruhe und Sicherheit - ein erfolgreicher Sprungwurf von Ogunsipe und ein Dreier von Jovic sorgten für die 7:6-Führung der Bayern (5.). Über eine knackige Defensive gewannen die Bayern zusehends die Oberhand und erzwangen zahlreiche Ballverluste der Litauer (11:6/7.). Petteri Koponen glänzte mit einem getroffenen Dreier aus gut und gerne acht Metern gegen den Mann und sicherte die 18:12-Fürung nach den ersten zehn Minuten.

2. Viertel

Williams verhalf dem Deutschen Meister mit zwei Freiwürfen und einem lässigen Sprungwurf zum ersten zweistelligen Vorsprung (22:12/12.). Beide Teams fanden nun in ihren Rhythmus, dies tat der Qualität des auf dem Parkett zu Beobachtenden ausgesprochen gut. Derrick Williams überzeugte in dieser Phase nicht nur mit Korberfolgen (14 Punkte in diesem Viertel), sondern auch mit gutem Auge für den besser postierten Mitspieler - Maodo Lo erzielte die 32:21-Führung per Drei-Punkt-Spiel. Die Litauer sind ja traditionell mit optimalen Distanzwerfer-Genen gesegnet, diese Fähigkeit verhalf ihnen zu fünf Punkten in Folge und zwang FCBB-Coach Radonjic zur Auszeit (35:28/17.). Die Münchner hatten auch gegen die Ganzfeld-Pressverteidigung von Kaunas die richtige Strategie als Antwort parat, Nihad Djedovic und Stefan Jovic punkteten zuverlässig. Nach der ersten Halbzeit lagen die Münchner 46:38 vorne.

3. Viertel

Analog zum Auftakt des ersten Viertels kamen die Litauer auch nach dem Seitenwechsel wesentlich besser in Fahrt, überraschten die Bayern mit einem humorlos effektiven 9:0-Lauf und gingen in Führung (46:47/23.). FCBB-Kapitän Danilo Barthel übernahm Verantwortung und hielt seine Roten im Spiel (50:50/25.). Auch Koponen erwies sich als extrem fokussiert und erarbeitete sich Wurfchancen, die er erfahrungsgemäß mit hoher Wahrscheinlichkeit verwandelt (54:54/26.). München war nun wieder im Rhythmus, der sich entwickelnde Schlagabtausch mit Zalgiris war ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Führung wechselte mit nahezu jedem Angriff, die Partie war nun spannend und hochklassig. Leon Radosevic ergatterte einen Offensivrebound und schloss per Dunking ab, 62:61 für den FCBB (29.). Der Center fügte noch einen erfolgreichen Freiwurf hinzu, der knappe Vorsprung und der Spielverlauf versprachen ein interessantes und nervenaufreibendes letztes Viertel - 63:61.

4. Viertel

Und wieder hatten die Litauer zunächst die besseren Karten (63:65/32.), doch Maodo Lo spitzelte seinem Gegenspieler den Ball aus den Händen und schloss den Schnellangriff selbst per Korbleger ab (65:65/32.). Derrick Williams riss die Fans mit einem Dunking, bei dem er förmlich durch die Zone von Kaunas segelte, von den Sitzen, ein Dreier von Lucic veranlasste Coach Jasikevicius zur Auszeit (70:65/33.). Die Bayern ließen sich aber von der Unterbrechung nicht aus dem Konzept bringen, Williams versenkte den Dreier zur 73:65-Führung (35.). Leo Westermann, der prägende Akteur der Litauer, brachte sein Team mit Punkten und Assists wieder auf 76:74 heran - Auszeit Bayern (38.). Stefan Jovic nutzte die absinkende Verteidigung zu einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf (79:74/38.). In der Crunchtime waren die Bayern voll da - Vladimir Lucic traf, Williams holte entscheidende Rebounds (81:76/39.). Einen Ballverlust der Münchner nutzte Westermann zu seinem fünften Dreier und brachte Kaunas 32 Sekunden vor dem Ende auf 83:81 heran. Djedovic ging noch einmal mutig voran, zog über links in die Zone der Gäste und punktete per Korbleger (85:81/noch 17 Sekunden).

Impressionen vom Spiel (Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner & Albertini)

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