83:98 in Athen

Die Bayern verpassen trotz einer klaren Steigerung eine Überraschung

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Die Basketballer des FC Bayern haben am 19. Spieltag der EuroLeague mit 83:98 (53:53) Punkten beim Tabellensechsten Panathinaikos Athen verloren und warten somit seit fünf Spielen auf einen Sieg. Die Münchner sind jetzt Tabellen-18., zeigten jedoch insgesamt eine klare Steigerung beim Debüt von TJ Bray im FCBB-Trikot. Zwar lagen sie vor 8.013 Zuschauern im Olympiastadion zu Athen rasch 2:19 hinten, doch das zweite und lange auch das dritte Viertel sah einen furiosen deutschen Meister, der plötzlich sogar 70:61 führte (26.) – aber im Schlussabschnitt nach dem 77:77 (32.) offensiv nicht mehr produzierte. Der griechische Meister holte zudem 20 Offensivrebounds und gewann das Duell am Brett überdeutlich 43:23. Lichtblick aus Sicht der Bayern, die kurzfristig auf Nihad Djedovic und Zan Mark Sisko verzichten mussten, war der endlich genesene Bray, der mit 14 Punkten und fünf Assists eine starke Premiere zeigte.

Bereits am Freitagabend (17.1., 19.30 Uhr) ist der FCBB beim zweiten griechischen Vertreter, Olympiakos Piräus, zu Gast. Kommenden Sonntag (19.1. 15 Uhr) steht bei den in eigener Halle unbesiegten Ludwigsburgern das dritte schwere Auswärtsspiel binnen knapp fünf Tagen an, ehe nächste Woche (Donnerstag, 23.1., 20.30 Uhr) Maccabi Tel Aviv in den Audi Dome kommt.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln aus Sicht des FCBB: 18:28, 35:25, 22:23, 8:22.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 43,3% (FCBB) // 63,8% (Athen); Dreier-Quote: 50% // 25%; Rebounds: 21 // 40; Assists: 24 // 24; Ballverluste: 13 // 10. – Es fehlten: Nihad Djedovic (Rücken), Zan Mark Sisko (Adduktoren).

FCBB: Greg Monroe (17 Punkte, 9 Rebounds), TJ Bray (14, 5 Assists), Petteri Koponen (12), Josh Huestis (11, 3/4 Dreier), Paul Zipser (10), Maodo Lo (5), Vladimir Lucic (4), Leon Radosevic (4), Danilo Barthel (3), Mathias Lessort (3), Alex King und Diego Flaccadori

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Kostic, Chefcoach München: „Gratulation an Panathinaikos zum Sieg, den sie vor allem im letzten Viertel geholt haben. Ich denke aber, dieses Viertel spiegelt nicht die Realität dessen wider, was wir insgesamt auf dem Court gesehen haben. Das zweite und dritte Viertel sind sicherlich für uns das Modell, wie wir spielen wollen. Wir müssen aber analysieren, warum es im letzten Viertel anders war, damit wir auch in der EuroLeague wieder Spiele gewinnen können.

Es ist aber offensichtlich, dass das Spiel bei den Rebounds entschieden wurde. Panathinaikos hatte allein 20 Offensivrebounds und hat daraus 22 Punkte gemacht. So kannst du auf diesem Level nicht gewinnen. Positiv ist natürlich die Rückkehr von TJ Bray. Er war über dem Limit, was er nach der langer Verletzungspause eigentlich liefern kann. Die Art, wie er das Spiel angegangen ist und gespielt hat, ist unglaublich. Er wird uns eine große Hilfe sein für den Rest der Saison.“

Vladimir Lucic: „Wir hatten heute endlich nach langer Verletzung einen weiteren Point Guard zurück. Das gab uns mehr Kreativität und Optionen beim Pick and Roll. Das war der Grund, warum wir zwischenzeitlich so gut aufgetreten sind. Am Ende haben wir vorschnelle Entscheidungen getroffen und schlechte Entscheidungen in der Offensive haben zu einfachen Punkten für Panathinaikos im Fastbreak geführt.“

Petteri Koponen: „Wir können stolz sein, wie wir nach dem schlechten Start zurückgekommen sind. Im letzten Viertel haben wir aber leider die Kontrolle verloren. Ich weiß nicht, ob wir müde wurden, aber wir haben unsere Würfe nicht mehr getroffen und natürlich hatten wir sehr, sehr große Schwächen beim Rebound.“   

1. Viertel

Der FCBB begann mit Maodo Lo, Petteri Koponen, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe. Die Bayern verschliefen den Start komplett und kassierten in den ersten vier Minuten einen 12:0-Lauf der Gastgeber, den Monroe an der Freiwurflinie endlich unterbrach (2:12/4. Spielminute). Besser wurde es zunächst nicht, mit einem weiteren 7:0-Lauf bauten die Griechen den Vorsprung weiter aus (2:18/6.) Während die Gastgeber sich bis zu diesem Zeitpunkt keinen Turnover erlaubten, verlor der FCBB bereits ganze vier Mal den Ball. Es kam TJ Bray zu seinem ersten Einsatz im FCBB-Dress und mit ihm kam die Wende: Der US-Amerikaner traf direkt seinen ersten Dreier zu seinen Premierenpunkten bei den Bayern (5:19/6.).  An der Freiwurflinie verkürzten Bray und Monroe weiter den Rückstand, der FCBB bis auf zehn Punkte dran (9:19/7.). Trotz der gesteigerten Offensivleistung bekam der Deutsche Meister die beste EuroLeague-Offensive weiter nicht in den Griff: 18:28 aus Sicht des FCBB nach zehn Minuten.

2. Viertel

Das zweite Viertel war das wahrscheinlich beste Viertel in der laufenden EuroLeague-Saison für den FCBB. Nach einem ausgeglichenen Beginn starteten die Bayern durch Punkte von Paul Zipser, Lucic und Bray einen 8:0-Lauf und erarbeiteten sich so das erste „one possession game“ seit der Anfangsminute (35:37/15.). Eine Minute später brachte Greg Monroe mit einem erfolgreichen „And One“ die Bayern gar bis auf einen Punkt heran (38:39). Panathinaikos lag bis zur Halbzeit nochmals maximal fünf Punkte vorne, da die Bayern speziell in der Offensive immer wieder die passende Antwort fanden. Durch zwei erfolgreiche Dreier von Koponen eroberten sich die Münchner erstmals in der Partie, die zu diesem Zeitpunkt, verdiente Führung (53:51/20.).

Bray überzeugte direkt mit elf Punkten, vier Assists und 50% Dreierquote. Als Team erlaubten sich die Gäste ab der vierten Minute nur noch einen einzigen Turnover. 53:53 zur Halbzeit.

3. Viertel

Das Team von Oliver Kostic nahm den Schwung aus dem zweiten Viertel mit in die zweite Halbzeit und traf sicher von außen. Dreier von Zipser, Lo, Bray und zwei Mal Josh Huestis allesamt erfolgreich – 70:61 die deutlichste Führung der Bayern im gesamten Spiel nach 26. Spielminuten. Panathinaikos verkürzte zwischenzeitlich auf fünf Punkte, ehe Koponen mit dem nächsten Dreier für den FCBB antwortete (73:65/27.). Die Bayern verloren in der Folge etwas ihren offensiven Rhythmus und kamen nur noch durch Leon Radosevic aus der Mitteldistanz zu Punkten, Athen drehte vor dem Schlussviertel noch die hochklassige Partie (75:76/30.).

4. Viertel

Im Schlussviertel fehlten den Gästen dann die nötige Energie, um einen Überraschungscoup beim griechischen Meister zu landen. Monroe erkämpfte dem FCBB zwar mit den ersten Punkten im Schlussabschnitt die Führung zurück (77:76/32.), doch die Bayern kassierten anschließend einen vorentscheidenden 13:0-Lauf der Gastgeber, der erneut durch einen Dunk des Bayern-Centers unterbrochen wurde (79:89/38.). In der Crunchtime verteidigten die Gastgeber die zweistellige Führung, die Bayern kamen durch weitere Punkte von Lo und Mathias Lessort insgesamt nur zu acht Zählern im Schlussviertel, zu wenig, um das griechische Topteam am Ende zu gefährden.

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Fotos: Stickel, Moschandreou/Euroleague

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