74:81 in Ludwigsburg

Die Bayern kassieren im 15. Spiel ihre erste BBL-Niederlage

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Die Basketballer des FC Bayern München haben am 15. Bundesliga-Spieltag ihre erste Saisonniederlage hinnehmen müssen: Rund 42 Stunden nach der EuroLeague-Niederlage in Piräus (72:89) unterlagen sie trotz eines kämpferischen Finishs beim Tabellenzweiten Ludwigsburg mit 74:81 (31:37) Punkten. Die Tabellenführung des FCBB ist bei vier Zählern Vorsprung aber weiterhin komfortabel.

Tabelle BBL

Im dritten Auswärtsspiel binnen knapp fünf Tagen musste das Team von Trainer Oliver Kostic offenkundig auch der Termintortur und Personalsorgen Tribut zollen. Vor 4.100 Zuschauern lagen die Bayern fast über den kompletten Spielverlauf in Rückstand. Mitte des letzten Viertels kam man bis auf sechs Zähler heran, doch offene Würfe fanden nicht den Weg durch den Korb und mehrere wichtige Rebounds gingen an die Gastgeber. 16 Turnovers in den ersten 30 Minuten zeugten ebenso von fehlender Konzentration und Frische beim Deutschen Meister, der auf die angeschlagenen Vladimir Lucic und Nihad Djedovic verzichten musste.

Am nächsten Donnerstag (23.01, 20.30 Uhr) wartet die nächste hohe EuroLeague-Hürde, der Tabellendritte Maccabi Tel Aviv um Scottie Wilbekin gastiert im Audi Dome.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln aus Sicht des FCBB: 10:15, 21:22, 20:24, 23:20.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 59% (FCBB) // 52% (Ludwigsburg); Dreier-Quote: 27% // 31%; Rebounds: 32 // 37; Assists: 20 // 12; Ballverluste: 16 // 10. – Es fehlten: Nihad Djedovic (Rücken), Vladimir Lucic (Fuß), Mathias Lessort (cd).

FCBB: Greg Monroe (18 Punkte), Paul Zipser (13 Punkte, 7 Rebounds), Josh Huestis (12, 3/5 Dreier), Maodo Lo (9), Leon Radosevic (6), TJ Bray (5), Danilo Barthel (5), Petteri Koponen (4), Zan Mark Sisko (2, 6 Assists), Diego Flaccadori und Alex King.

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Kostic, Coach FCBB: „Gratulation an Ludwigsburg zu einem guten Spiel über 40 Minuten. Unglücklicherweise sind die Dinge, die wir nach dem letzten Spiel (in Piräus) erwähnt haben, heute erneut passiert. Wir wollten die Punkte des Gegners aus der Transition limitieren, ebenso seine Offensivrebounds und unsere Ballverluste. Doch alle diese Sachen waren der Hauptgrund, weshalb Ludwigsburg gewonnen hat. Es gibt jedoch nun nicht die riesige Enttäuschung, weil wir das erwarten mussten in dieser Phase und in dem Prozess, in dem wir uns jetzt befinden.

Es war eine lange Woche mit drei schweren Auswärtsspielen, so einen Zeitplan hatten wir noch nie in den letzten Jahren. Das war mental und von der physischen Energie her schwer zu handeln. Es war also klar, dass so eine Serie eintreten könnte. Aber wir brauchen jetzt keine Ausreden, Ludwigsburg hat heute sehr gut gespielt. Wir werden weiter arbeiten an den Dingen, die ich erwähnt habe, dann kommen künftig die Siege zurück.“

Paul Zipser: „Es ist immer sehr hart, hier zu spielen. Ludwigsburg ist ein gutes Team, deshalb stehen sie so weit oben. Wir haben die Intensität gebracht, aber am Ende waren es zu viele Fehler. Das darf nicht passieren. Die ganzen 50:50-Entscheidungen gingen diese Woche an den Gegner. Wir haben auch viele gute Sachen gemacht, speziell in den ersten beiden Spielen diese Woche, damit können wir zufrieden sein. Wenn wir dann mal eine schlechte Phase haben, läuft es einfach zu schlecht. Jeder bekommt mal Runs, aber wir müssen aufpassen, dass diese für den Gegner nicht zu groß werden. Ich denke, wenn wir das jetzt verbessern, wird man sehen, dass wir ein anderes Team sind.“

John Patrick, Coach Ludwigsburg: „Das war heute ein hart umkämpftes Spiel. Respekt an Bayern, was sie in der EuroLeague mit den zwei Spielen am Mittwoch und Freitag und dann hier leisten müssen. Das hat bestimmt eine Rolle gespielt. Wir waren frisch und am Ende wollten wir mit unseren Guards attackieren. Das ist uns gelungen.“ 

1. Viertel

Der FCBB begann mit Maodo Lo, Paul Zipser, Paul Zipser, Danilo Barthel und Greg Monroe. Die Münchner hatten offensichtlich noch die beiden schweren EuroLeague-Niederlagen in Griechenland in den Knochen und leisteten sich viele Unkonzentriertheiten. Sechs Ballverluste und kein Treffer bei sechs Versuchen aus der Distanz erklären die niedrige Punktausbeute im ersten Viertel. Dennoch gingen die Bayern kurz vor der ersten Viertelpause durch Leon Radosevic in Führung (10:9/9.). Acht der zehn Punkte im ersten Viertel erzielten die Center Monroe und Radosevic – 10:15.

2. Viertel

Die Quoten blieben unverändert schwach (1/8 Dreier bis zur Pause), diesen traf Bray (15:18/14.). Anschließend schickten die MHP Riesen den Meister häufig an die Linie – 17 Freiwürfe nahmen die Bayern in der ersten Hälfte, 14 fanden ins Ziel. Nachdem müde wirkende Gäste die Partie bis in die Schlussminute ausgeglichen gestalteten und zwischenzeitlich gar in Führung lagen (23:22/16.), leistete man sich Sekunden vor der Halbzeit den zehnten Turnover – der Ludwigsburgs Buzzer Beater zum 37:31 ermöglichte.

3. Viertel

Dieses Selbstvertrauen aus der gelungenen Aktion kurz vor der Pause nahmen die Gastgeber offensichtlich mit in die zweite Hälfte, in der Ludwigsburg früh erstmals zweistellig davonzog (37:47/23.). Mit der Führung im Rücken profitierten die Schwaben zudem davon, früh im Foul-Bonus zu liegen. An der Freiwurflinie bauten sie die Führung mit einfachen Punkten kontinuierlich, zwischenzeitlich bis auf 15 Punkte aus (44:59/28.). Immerhin konnten die Bayern durch Radosevic, Barthel und einem Buzzer Beater von Josh Huestis das Viertel mit einem 7:2-Lauf beenden und auf 51:61 verkürzen.

4. Viertel

Huestis fand mit dem letzten Wurf vor der letzten Viertelpause seinen Rhythmus und steuerte mit zwei weiteren Dreiern die nächsten sechs Punkte der Bayern bei (59:65/34.). Doch die Gastgeber fanden auf kleine Läufe immer die passende Antwort und eroberten sich schnell wieder den zweistelligen Vorsprung zurück (64:76/37.). Lo stemmte sich in der Schlussphase nochmals gegen die längst drohende Niederlage und brachte 90 Sekunden vor dem Ende die Bayern verheißungsvoll auf sechs Punkte ran (71:77:39.). Nachdem Huestis mit einem erfolgreichen And One (74:81/40.) sein Punktekonto in den zweistelligen Bereich brachte (12 Punkte) hatte Zipser 23 Sekunden vor dem Ende die letzte Chance, auf vier Punkte zu verkürzen. Sein Wurf aus der Ecke rollte unglücklich wieder raus – die Partie war endgültig entschieden.

 

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Foto-Credit: Stickel

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