Verflixte Dreier

Die Bayern verpassen den Heimsieg gegen Valencia und verlieren 59:66

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Die Basketballer des FC Bayern München haben in der EuroLeague einen Heimsieg gegen den aktuellen Eurocup-Champion Valencia Basket verpasst, 5.219 Zuschauern hofften beim unglücklichen 59:66 (30:24) vergeblich auf den achten Saisonsieg. Der Deutsche Meister zeigte in einem defensiv-lastigen Spiel eine kämpferisch gute Leistung, scheiterte diesmal jedoch aus der Distanz: Nur drei von zumeist offenen 22 Dreiern fanden ihr Ziel (Valencia: 10:31), drei der vier Viertel blieben die Bayern (Dreier-Quote über die Saison: 38,8 %) aus der Entfernung ohne Treffer. Die Spanier dagegen trafen im letzten Viertel (13:21) einige Würfe – das reichte dem Tabellensiebten, der auf die Playoff-Teilnahme zusteuert.

Die Bayern haben nur einen Tag Verschnaufpause: Gleich am Sonntag (9. Februar, 15 Uhr) treten die Jobstairs Giessen 46ers im Audi Dome an. Dabei wollen die Münchner durch einen Sieg den Vorsprung an der Tabellenspitze verteidigen.

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FC Bayern Basketball vs. Valencia Basket 59:66 (30:24)

  • FCBB

    Greg Monroe (15 Punkte/6 Rebounds), Nihad Djedovic (12), Paul Zipser (10), Petteri Koponen (8), Vladimir Lucic (4), Zan Sisko (4/6 Assists), Danilo Barthel (2), Mathias Lessort (2), Josh Huestis (2) TJ Bray, Maodo Lo und Diego Flaccadori (dnp).


  • Valencia

    Mike Toby und Aaron Doornekamp (jeweils 11 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Luigi Lamonica, Saso Petek, Josip Radojkovic


  • Zuschauer

    5.219

Die Punkteverteilung nach Vierteln: 13:15, 17:9, 16:21, 13:21.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 55% (FCBB) // 50% (Valencia); Dreier-Quote: 13% // 32%; Freiwurf-Quote: 70% // 66%; Rebounds: 34 // 36; Assists: 15 // 20; Ballverluste: 17 // 18. – Es fehlten: Leon Radosevic (Rücken) und Alex King (cd).

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Kostic, Chefcoach München: „Valencia hat am Ende des Spiels wichtige Dreier getroffen. Überhaupt haben sie in der zweiten Halbzeit gut geworfen, das hielt sie am Leben. Wir haben heute sehr gut gekämpft, wir haben viele Dinge gut gemacht – aber leider haben die Würfe nicht getroffen, obwohl wir viele offene hatten. Nur drei von 16 Dreiern in der zweiten Halbzeit, keinen einzigen in der ersten – da bringen dir die vielen guten Dinge in der Defense nichts, wenn du dich in der Offense nicht belohnst. Wir hatten genug offene Würfe, manchmal haben wir gezögert. Ich denke, das war heute der Hauptgrund.“

Jaume Ponsarnau, Chefcoach Valencia: „Wir haben speziell in der ersten Hälfte nicht unsere Offense gefunden. Es lag an der sehr guten Defense der Bayern, sie haben vor allem unsere Point Guards hart verteidigt. Im letzten Viertel haben wir unser Passspiel gefunden, wurden ruhiger und effizienter.“      

Nihad Djedovic: „Wir haben gekämpft und gekämpft, aber im letzten Viertel war es wieder so, als ob wir keinen Basketball mehr spielen und den Kopf verlieren. An unserem Spiel sieht man jetzt einfach, dass wir Tabellenletzter und deshalb verunsichert sind. Der Gegner kommt im letzten Viertel heran, und wir verlieren das Selbstbewusstsein. Wir müssen diese mentalen Probleme überwinden und zusammenhalten. Wir kämpfen weiter und auf geht’s!“

1. Viertel

Maodo Lo, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe waren die Starter von FCBB-Coach Oliver Kostic. Die Spanier legten vor, aber die Münchner waren hellwach und eroberten die Führung umgehend durch zwei Treffer von Monroe und Barthel (4:2/2.). Vorne gelang dem deutschen Meister nicht alles, aber das Engagement und die Verteidigung passten - die Führung wurde behauptet (9:4/5.). Etliche Ballverluste spielten Valencia in die Karten, der Playoff-Kandidat schnappte sich mit einem 10:0-Lauf die Führung (9:14/7.). Der FCBB tat sich enorm schwer, in den offensiven Rhythmus zurückzufinden, man blieb zumindest dran und lag nach dem ersten Spielabschnitt lediglich 13:15 zurück.

2. Viertel

Paul Zipser eröffnete das zweite Viertel mit einem mächtigen Signal: Nach einem Ballgewinn trieb Zan Mark Sisko den Ball schnell nach vorne und bediente Zipser zum Dunking (15:15/11.). Die Bayern hatten Glück, dass die Gäste sehr schlecht trafen, Nihad Djedovic und Sisko nutzten dies gnadenlos aus und brachten die Roten 19:15 in Führung (14.). Sisko machte als Spielgestalter Dampf und setzte seine Mitspieler gut in Szene - die Bayern setzten sich etwas ab (26:19/17.) und lagen auch zum Seitenwechsel 30:24 vorne.

3. Viertel

Die Gäste kamen frischer aus der Kabine und übernahmen mit einem zackigen 8:0-Lauf die Führung - Auszeit Kostic (30:32/22.). Die Uhr tickte bereits über drei Minuten in diesem Viertel, als Greg Monroe endlich zum ersten Mal traf (32:32/24.). Die Bayern zeigten Charakter und kämpften leidenschaftlich um das Momentum, Petteri Koponen versenkte mit dem elften Versuch der Bayern den ersten Treffer von jenseits der Drei-Punkte-Linie (37:35/26.). Zur Begeisterung der Fans fanden die Münchner in ihren Rhythmus, nach dem 41:36 durch Josh Huestis nahmen die Spanier eine Auszeit. Die Qualität des Spiels ließ dann wieder zu wünschen übrig, blieb dadurch aber prickelnd und spannend. Durch einen irren Koponen-Dreier aus acht Metern behaupteten die Münchner die Führung nach dem dritten Viertel - 46:45.

4. Viertel

Die Konkurrenten beharkten sich mit erheblicher Intensität, wodurch sich die Trefferquote wieder nach unten bewegte. Weder Valencia noch München konnte sich absetzen, die Führung wechselte sechs Mal in vier Minuten. Nach einem Dreier von Lucic sorgte ein spektakulärer Block von Mathias Lessort für Begeisterung im Rund des Audi Domes (52:52/35.). Die Spanier belegten ihre momentan gute Form und erarbeiteten sich über Offensivrebounds mehrere zweite Chancen. FCBB-Coach Kostic bat angesichts des 52:55-Rückstandes zur Auszeit (36.). Das Spiel stand auf des Messers Schneide, und die Bayern versuchten noch einmal alles, aber glückliche Abschlüsse in Form von Korberfolgen wollten einfach nicht gelingen. Die Münchner verloren den Faden, der 8:0-Lauf von Valencia war ein Schock (52:60/38.). Die Bayern hatten sogar noch die offenen Würfe auf der Hand, aber das Selbstvertrauen war dahin, die Würfe verfehlten das Ziel. 50 Sekunden vor dem Ende machte sich plötzlich noch einmal die Hoffnung breit im Audi Dome, weil Sisko den Ball stibitzt und blitzschnell auf 57:62 verkürzt hatte. Ein erneuter Ballverlust samt Fastbreak sorgte für Finale Ernüchterung, das Spiel war verloren.

 

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Foto-Credit: Rauchensteiner, Eirich, Stickel, Pahnke/EuroLeague

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