Ein 25:1 im dritten Viertel

Die Bayern drehen nach der Pause auf und besiegen Oldenburg 79:58

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Die Basketballer des FC Bayern München haben ihr Heimspiel gegen Pokalfinalist Oldenburg nach einer furiosen zweiten Halbzeit noch souverän 79:58 (29:41) gewonnen. Damit bleibt der Deutsche Meister mit zwei Siegen Differenz Tabellenführer vor seinen Verfolgern. Vor 4.702 Zuschauern im Audi Dome starteten die Bayern nach einer regelrecht verschlafenen ersten Halbzeit – und zwischenzeitlich 15 Zählern Rückstand – im dritten Viertel mit einem denkwürdigen 25:1-Lauf durch und ließen den Baskets auch im letzten Spielabschnitt nicht den Hauch einer Chance. Alle Bayern erhielten mindestens zehn Minuten Spielzeit, Paul Zipser war mit 15 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern.

Die kommende Woche hat es in sich für den FCBB: Mittwochabend daheim in der Königsklasse gegen Baskonia Vítoria-Gasteiz (4.3., 20.30 Uhr), am nächsten Tag weiter nach Spanien zum Titelanwärter FC Barcelona (Freitag, 6.3., 21 Uhr) – und Samstag nach der Landung gleich weiter nach Bayreuth, wo Sonntag bereits um 15 Uhr Tipp-Off ist.

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FC Bayern Basketball vs. EWE Baskets Oldenburg 79:58 (29:41)

  • FCBB

    Paul Zipser (15 Punkte/3 Dreier), Greg Monroe (14/8 Rebounds/5 Assists), Alex King (11/3 Dreier), Leon Radosevic (10/5 Rebounds), Maodo Lo (8), Danilo Barthel (7), TJ Bray (5), Diego Flaccadori (5), Josh Huestis (3), Vladimir Lucic (1) und Zan Sisko


  • Topscorer Oldenburg

    Rickey Paulding (11 Punkte)


  • Schiedsrichter

    Robert Lottermoser, Clemens Fritz, Michael Gutting


  • Zuschauer

    4.702

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht des FCBB): 12:18, 17:23, 25:1, 25:16.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 44% (FCBB) // 56% (Oldenburg); Dreier-Quote: 52% // 21%; Freiwurf-Quote: 89% // 91%; Rebounds: 35 // 29; Assists: 19 // 11; Ballverluste: 12 // 14. – Es fehlten: Petteri Koponen (muskuläre Probleme), Mathias Lessort (cd) und Nihad Djedovic (Sprunggelenk).

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Kostic, Chefcoach München: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, in der Pause dann aber darüber intensiv gesprochen. Und das ist gut, dass auch die Spieler reden und Emotionen zeigen. Denn wir mussten unser Energielevel und unsere Einstellung ändern – das haben wir in der zweiten Halbzeit gemacht. Dieses Level an Energie brauchst du aber 40 Minuten. Wir haben die Energie nach der Pause über die Defense auch in die Offense bekommen. Wir hatten in der ersten Halbzeit nicht einen Freiwurf, waren überhaupt nicht aggressiv und haben schlecht geworfen – aber wenn du deinen Rhythmus in der Defensive bekommst, beginnt alles andere auch zu klappen. Wir müssen unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen, ob in der EuroLeague oder Bundesliga: Wir müssen vom ersten Moment voll mit unserer Energie da sein. Alex hat die Energie auf dem Feld bei uns verändert, neben der Defense war auch sein offensiver Part heute großartig. Ein großes Spiel von ihm.“         

Mladen Drijencic, Chefcoach Oldenburg: „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, offensiv wie defensiv. Wir wussten, dass Bayern dann aggressiver sein würde, physischer in der Defensive. Deshalb hätten wir schneller, selbst aggressiver sein müssen und trotzdem auch in unserem Konzept bleiben müssen, um unsere offensiven Optionen zu kreieren. Leider ist uns das nicht gelungen, und deswegen haben wir so ein drittes Viertel erlebt, mit 6:0 Zweiern, 6:0 Dreiern und sechs Ballverlusten. So kam Bayern auf die Siegerstraße und danach war es extrem schwer. Es war fast ähnlich wie im Pokalfinale wie gegen Alba.“

Alex King: „In der ersten Hälfte haben wir bodenlos gespielt und nicht dagegengehalten. Dadurch haben wir das Selbstbewusstsein verloren und verkrampft gespielt. In der zweiten Halbzeit sind wir gut rausgekommen, haben physisch gespielt und die Würfe genommen, die wir nehmen müssen. Wir haben besser verteidigt, schnell gespielt und sind aggressiver zum Korb gegangen. Daran und an der Leistung in St. Petersburg müssen wir jetzt anknüpfen und so weitermachen.“

1. Viertel

FCBB-Coach Oliver Kostic startete mit Maodo Lo, TJ Bray, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe. Letzterer brachte die Münchner mit zwei schnellen Treffern nah am Korb 4:0 in Führung (1. Spielminute). Die Niedersachsen antworteten trocken mit einem flott vorgetragenen 14:0-Lauf, begünstigt durch schlechte Entscheidungen und Ballverluste der Roten (4:14/5.) - Auszeit Bayern. Die Unterbrechung brachte zum Entsetzen der Fans zunächst keine Wende, erst TJ Bray stoppte den mittlerweile bei 16:0 stehende Run der Gäste mit einem Dreier (7:16/6.). Der Meister konterte mit einem 8:0-Lauf und zwang den Oldenburger Coach Mladen Drijencic zur Auszeit (12:16/8.). Nach dem ersten Spielabschnitt hatten die Münchner mit 12:18 das Nachsehen.

2. Viertel

Die Bayern taten gut daran, die Intensität sowohl vorne als auch hinten zu erhöhen - mittels eines 7:0-Laufs pirschten sie sich binnen zwei Minuten auf 19:21 heran (12.). Die Oldenburger hielten aber entschieden dagegen und waren flugs wieder auf 19:25 weg, Kostic war not amused und bat zur Auszeit (14.). Ein Dreier von Lo brachte die Münchner wenig später auf einen Punkt heran (26:27), aber ein Dreier von Oldenburgs Urgestein Rickey Paulding und gleich zwei vom ehemaligen Bayern Philipp Schwethelm stachen ins Bayern-Herz der Fans (26:36/18.). Als auch noch der vor dem Spiel von FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic verabschiedete Braydon Hobbs einen Drei-Punkte-Wurf versenkte, waren die Gäste auf 26:39 enteilt, höchste Zeit für die nächste Auszeit (19.). Den Bayern klebte das Pech förmlich an den Händen, sie sahen sich zum Seitenwechsel mit einem deutlichen 29:41-Rückstand konfrontiert.

3. Viertel

Offenbar war während der 15-minütigen Pause ein Ruck durch die Roten gegangen: Die Zuschauer durften energischer verteidigende Bayern bejubeln, vorne wurde der schnelle Abschluss gesucht. Der „Go-to-guy“ war Zipser, der mit einem Korbleger und zwei Dreiern acht Punkte in Folge erzielte (37:41/22.). Im Audi Dome brandete Jubel auf, denn die Münchner verkürzten ihren Rückstand Punkt um Punkt, ein wunderbar herausgespielter Dreier von Alex King bedeutete den 42:42-Ausgleich (24.). Eine entschlossene Einzelaktion von Lo brachte die Bayern erstmals seit der dritten Spielminute wieder in Führung (44:42/25.). Der FCBB hatte jetzt endlich zu seinem Rhythmus gefunden und spielte wie im Rausch: Aus einer galligen Verteidigung heraus, die den Oldenburgern das Leben und vor allem das Treffen schwer machte, wurde überfallartig schnell nach vorne gespielt. Die Gäste erzielten im dritten Viertel lediglich einen Punkt und wurden von den Bayern mit 25 Punkten förmlich an die Wand gespielt.

4. Viertel

„Energizer“ Alex King riss die Fans zu Beginn des letzten Spielabschnitts mit zwei Dreiern in Serie von den Sitzen (60:45/32.). Die Bayern waren jetzt - gepusht durch ihre überragende Leistung im dritten Viertel - absolut fokussiert und engagiert. Die EWE Baskets taten sich gegen die intensive Verteidigung der Bayern sehr schwer und hatten ihrerseits in der Defensive Mühe mitzuhalten. Durch das frühe Erreichen der Teamfoul-Grenze durften die Münchner in Ruhe von der Freiwurflinie punkten und den Vorsprung vergrößern - 70:51 nach 36 Minuten. Die Bayern hatten die Angelegenheit im Griff, sogar Maskottchen Berni traf während einer Auszeit von der Mittellinie und komplettierte den unterhaltsamen Abend der Zuschauer im Audi Dome. Das Spiel war entschieden, der 18. Sieg in der BBL unter Dach und Fach.

 

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Foto-Credit: Rauchensteiner, Stickel, Eirich, Gamel

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