104:63-Comeback in der EuroLeague

Brillante Bayern dominieren Villeurbanne

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Die Basketballer des FC Bayern München haben ihre dritte Partie in Europas Königsklasse gegen den bis dahin unbesiegten französischen Meister Asvel Villeurbanne nach einer überragenden wie mitreißenden Teamleistung 104:63 (57:35) gewonnen. Die Bayern zeigte eine starke Reaktion auf das Pokal-Aus gegen Bonn vor drei Tagen und ließen den Gästen vor 5.318 Zuschauern im Audi Dome von der ersten Minute an keine Chance. Für den Deutschen Meister war es der zweithöchste Sieg überhaupt in der EuroLeague nach dem 116:70 vor einem Jahr über Darussafaka Istanbul. Die Bayern wiesen eine Rebound-Dominanz (35:17) auf und bis ins vierte Viertel hinein eine 100-prozentige Trefferquote bei den Dreiern (am Ende 10 von 12). Alle Bayern-Profis punkteten, erfolgreichster Werfer war erneut der formstarke Spielgestalter Maodo Lo mit 19 Punkten.

Am Sonntag (20. Oktober, 18 Uhr/MagentaSport) steht die BBL-Partie in Oldenburg auf dem Programm, ehe es am Donnerstag (24. Oktober, 20.30 Uhr) gegen Khimki Moskau zu einem Wiedersehen mit Devin Booker kommt (Stefan Jovic ist verletzt).
 


Die Punkteverteilung nach Vierteln: 30:13, 27:22, 26:16, 21:12.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 56% (FCBB) / 45% (Villeurbanne); Dreier-Quote: 83% / 42%; Rebounds: 35 / 17; Offensivrebounds: 12 / 6; Assists: 24 / 16; Turnovers: 8 / 16. – Es fehlten: TJ Bray (Fuß-OP), Josh Huestis (Knie).

FCBB: Maodo Lo (19 Punkte/4 Dreier), Nihad Djedovic (14), Vladimir Lucic (12), Paul Zipser (12/5 Rebounds), Mathias Lessort (10), Petteri Koponen (8/5 Assists), Greg Monroe (8/6 Rebounds), Danilo Barthel (6/5 Rebounds), Diego Flaccadori (6), DeMarcus Nelson (5/6 Rebounds), Alex King (2) und Leon Radosevic (2).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer Bayern München: „Das war eine gute Leistung, eine sehr gute Reaktion der Mannschaft nach unserem Pokalspiel. Wir haben einige Dinge verbessert, vor allem in der Defensive, was notwendig und sehr wichtig war. Offensiv haben wir aus der guten Defensive heraus einige Fastbreak-Punkte gemacht und hatten natürlich eine exzellente Prozentquote bei den Dreiern. Nach dem Spiel gegen Bonn ist das ein guter Sieg für uns, aber jetzt müssen wir rasch ans nächste Spiel am Sonntag in Oldenburg denken.“

Zvezdan Mitrovic, Chefcoach Villeurbanne: „Gratulation an die Bayern, sie haben ein großartiges Spiel gezeigt, speziell nach dem Pokalspiel vor drei Tagen. Sie haben eine Reaktion gezeigt, herausragend und dominant gespielt. Ich glaube, in einer Phase haben sie zehn Dreier hintereinander getroffen, so ist es das logische Resultat geworden. Beim Rebound und überhaupt in allen anderen Bereichen waren sie ganz stark, wir hatten keine Chance.“

Paul Zipser: „Wir mussten eine Reaktion zeigen, deshalb war es sehr gut, dass wir in der ersten Minute stark rausgekommen sind und auch in der zweiten Halbzeit so weitergemacht haben. Heute haben viele Dinge gut funktioniert und wir haben diesmal auch in der EuroLeague einen großen Schritt nach vorne gemacht.“

1. Viertel

FCBB-Coach Radonjic begann die wichtige Partie gegen den französischen EuroLeague-Neuling mit Maodo Lo, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe. Vladimir Lucic nutzte den ersten Ballbesitz stark zum Korb ziehend für den ersten Treffer des Abends. Der Deutsche Meister fand sehr schnell seinen Rhythmus und überraschte die Gäste mit einem 9:0-Lauf, nach wenig mehr als zwei Minuten nahmen die Franzosen bereits eine Auszeit. FCBB-Kapitän Barthel kämpfte sich versiert zum Korb und schloss gefühlvoll ab, der Korberfolg bedeutete die erste zweistellige Führung (12:2/4.). Lo bestätigte seine momentane Topform mit seinem zweiten Dreier und bereits zehn Punkte in diesem Spielabschnitt (17:7/6.). Mathias Lessort wurde beim Pick-and-roll von DeMarcus Nelson perfekt angespielt, der Dunking war Ehrensache (22:7/7.). Die Münchner spielten wie aus einem Guss und ließen den Gegner nicht ins Spiel kommen, nach zehn Minuten lagen die Roten komfortabel 30:13 vorne.

2. Viertel

Villeurbanne fand nun zumindest offensiv besser in Fahrt, aber die Münchner ließen sich nicht beirren und suchten konsequent die Big Men Monroe und Barthel unter dem Korb, die relativ problemlos zu punkten wussten (36:19/13.). Unsicherheiten im Spielaufbau nutzten die Franzosen umgehend zu zwei schnellen Dreiern, Radonjic nahm eine Auszeit (38:28/15.). Die kurze Besprechung zeigte Wirkung, denn die Bayern fanden zu ihrer Sicherheit zurück und wiesen die Gäste mit einem 10:2-Run in die Schranken (48:30/17.). Lo kam zurück aufs Parkett und setzte auf der Stelle ein Zeichen: Sein dritter erfolgreicher Dreier markierte die deutliche 51:33-Führung (19.). Lo erzielte in Halbzeit eins starke 16 Punkte, führte umsichtig Regie und hatte auf diese Weise großen Anteil am deutlichen Vorsprung der Münchner nach 20 Minuten – 57:35.

3. Viertel

Nach dem Seitenwechsel drehten die Gäste etwas auf, gleichzeitig wirkten die Bayern ein wenig gebremst. Doch ein 6:0-Lauf rückte die Verhältnisse wieder zurecht (65:41/24.). Nach Maodo Los viertem Dreier ließ der ein oder andere Spieler auf Seiten der Franzosen angesichts der perfekten Trefferquote von jenseits der 6,75-m-Linie konsterniert den Kopf hängen (70:47/26.). München brillierte aber nicht nur offensiv, auch in der Verteidigung klappte viel: Paul Zipser blockte spektakulär, die Rebounds waren so gut wie alle bei den Hausherren. Die Trefferquote blieb furios:  Zipser versenkte auch den neunten Distanzwurf der Bayern (77:50/29.). Bei Villeurbanne zeigten sich erste Auflösungserscheinungen, die Münchner bauten ihre Führung konsequent und gnadenlos weiter aus - 83:51 nach dem dritten Viertel.

4. Viertel

Das bemerkenswerteste Ereignis zu Beginn des Abschlussviertel war der erste Dreier-Fehlwurf der Roten, aber das Nachlassen der Konzentration war angesichts des Spielstands verständlich. Die Verteidigung war meist auf dem Posten, die Gäste blieben über vier Minuten ohne Korberfolg. Zipser schraubte den Vorsprung derweil auf 40 Punkte (91:51/33.). Villeurbanne war darum bemüht, sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen. Linkshänder Diego Flaccadori versah das Erreichen der 100 Punkte per Rechte-Hand-Dunk mit einem Ausrufezeichen (100:56/38.). Die Fans erhoben sich und feierten den überaus deutlichen und beeindruckend souveränen Sieg der Bayern.

Die nächsten Spiele der Bayern

 

Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner, Eirich & EuroLeague

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