95:86 gegen Real Madrid

Die Bayern landen den großen Coup

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Sensation am späten Mittwochabend: Die Basketballer des FC Bayern München haben den großen Favoriten Real Madrid in einer hochklassigen Partie dank einer mitreißenden Teamleistung überraschend mit 95:86 (41:38) Punkten niedergerungen und verbuchen mit dem Coup in Europas Königsklasse den dritten Erfolg (3:2). Vor 6.500 Zuschauern im restlos ausverkauften Audi Dome bot der Deutsche Meister dem spanischen Champion in der ersten Hälfte erfolgreich die Stirn und entschied beide Viertel für sich. Auch in der zweiten Halbzeit beeindruckten die Münchner durch ihre Entschlossenheit in der Verteidigung und ihr teamorientiertes Spiel in der Offensive, wodurch die Gäste kein einziges Mal mehr führten.

Gleich fünf Bayern punkteten zweistellig, Greg Monroe war mit 18 Punkten erfolgreichster Werfer des denkwürdigen Abends. Die Gastgeber glänzten mit starken Wurfquoten und 23 Assists.

Die Münchner treten bereits am Freitagabend (21 Uhr/MagentaSport) beim heimstarken spanischen Traditionsklub Baskonia Vítoria-Gasteiz an. Die nächsten Heimspiele in der EuroLeague folgen in der „Greek Week“ am 19. und 22. November gegen die griechischen Schwergewichte Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen.
 


Die Punkteverteilung nach Vierteln: 22:20, 19:18, 26:19, 28:29.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 64% (FCBB) // 60% (Madrid); Dreier-Quote: 40% // 30%; Rebounds: 35 // 32; Assists: 23 // 20; Turnovers: 12 // 14. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP), Josh Huestis (Aufbau nach Kniebeschwerden), Mathias Lessort (Bandverletzung Fuß).

FCBB: Greg Monroe (18 Punkte), Danilo Barthel (17/5 Rebounds), Petteri Koponen (15), Maodo Lo (10/7 Assists), Leon Radosevic (10), Paul Zipser (9), Vladimir Lucic (8/6 Rebounds), Alex King, Nihad Djedovic, Diego Flaccadori und Sasha Grant.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer Bayern München: „Glückwunsch an mein Team und vielen Dank an unsere Fans, die uns über 40 Minuten überragend unterstützt haben. Wir haben heute sehr gut gespielt, vor allem in der Offensive. 23 Assists waren der Schlüssel zum Erfolg. Jetzt können wir uns einen Moment lang über den tollen Sieg freuen, doch dann müssen wir uns bereits auf das Spiel am Freitag bei Baskonia vorbereiten. Wir reisen am Donnerstag und müssen dann schauen, wer dabei ist. Ob Nihad spielen kann, müssen wir abwarten, er hat in der zweiten Halbzeit nicht mehr gespielt, weil er Schmerzen im Bein hatte.“

Pablo Laso, Chefcoach Madrid: „Glückwunsch an Bayern zum Sieg. Sie waren in allen Belangen besser und wir haben es nicht geschafft das Spiel zu drehen. Sie haben viele gute Spieler, die scoren und wir haben es heute nicht geschafft als Team zu agieren. Zuhause ist Bayern schwer zu schlagen, das wussten wir vorher, aber wir haben heute sehr schlecht verteidigt. Sie haben Teambasketball gespielt und wir zu oft Solo-Basketball, eins gegen fünf.“

Greg Monroe: „Das war eine starke Teamleistung von uns, wir haben diesmal in der Defensive wie in der Offensive sehr gut gespielt. Die Guards haben uns Inside-Spieler heute großartig eingesetzt. Nun müssen wir uns kurz ausruhen, denn aber am Freitag geht es schon weiter.“

1. Viertel

Coach Radonjic begann die Partie gegen das Starensemble mit Maodo Lo, Nihad Djedovic, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe. Beide Teams hatten jeweils zwei Siege und zwei Niederlagen auf dem Konto – der Sieger an diesem Abend würde sich also in der Tabelle Richtung oberes Tabellendrittel orientieren. Monroe erzielte den ersten Treffer des Abends gegen den 2,21-m-Hünen Walter Tavares. Die Zuschauer im randvollen Rund im Audi Dome kamen in den Genuss eines munteren und unterhaltsamen Auftakts: In fast jedem Angriff fielen Treffer, die Königlichen legten vor, die Roten glichen umgehend wieder aus (13:13/6.). DeMarcus Nelson zog dynamisch in die Zone der Madrilenen und schloss mit links zur ersten 17:16-Führung ab (7.). Petteri Koponen begeisterte 23 Sekunden vor Ablauf des ersten Viertels mit seiner Spezialität, dem Dreier zum 22:20.

2. Viertel

Die Münchner kämpften mit Leidenschaft und hielten die Spanier defensiv in Schach, offensiv war das Visier der Distanzschützen jetzt sehr gut eingestellt: Paul Zipser und Petteri Koponen trafen von jenseits der Drei-Punkte-Linie, Pablo Laso bat seine Königlichen zur Auszeit (28:20/13.). Die Münchner waren gut in ihrem Rhythmus und hielten die Madrilenen auf Distanz - ein Dreier von Lo bescherte die erste zweistellige Führung (33:23/14.). Die Bayern vergaben aber plötzlich 100-prozentige Chancen, diese Schwäche nutzten die Gäste sofort und humorlos aus und kamen mit einem 7:0-Lauf wieder näher heran (33:30/15.). Monroe stoppte den Trend mit seinem Korb zum 35:30 (15.). Doch vergeblich, zwei Minuten später glich der Gewinner der EuroLeague 2018 aus (35:36/18.). Beide Teams verteidigten jetzt auf absolutem Topniveau, Leon Radosevic untermauerte den Siegeswillen der Bayern mit zwei entschlossen in den Korb gehämmerten Dunkings – die Halle tobte (39:38/20.). Nach dem zweiten Spielabschnitt führte der Deutsche Meister gegen den spanischen 41:38.

3. Viertel

Die Bayern legten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit einen überragenden 6:0-Zwischenspurt aufs Parkett und führten 47:38 (22.). Anthony Randolph machte den Bayern allerdings mit sieben Punkten in Folge das Leben schwer (49:45/23.), aber Lo hielt per Dreier dagegen (52:45/24.). Ein packend offener Schlagabtausch bot Basketball der Spitzenklasse, die Roten hielten die Weißen auf Abstand (56:48/26.). Münchens Defensive stand. Petteri Koponen und DeMarcus Nelson kamen aus der Mitteldistanz zu relativ einfachen Korberfolgen – die Madrilenen wirkten zusehends konsterniert (60:53/27.). 70 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels nahm Pablo Laso für sein Team eine Auszeit, um das Enteilen der Münchner zu stoppen (65:54/29.). Mit Ablauf der Spielzeit in diesem Abschnitt traf Leon Radosevic artistisch zur 67:57-Führung nach 30 Minuten.

4. Viertel

Rudy Fernandez schaltete sich mit einem Dreier in das Geschehen ein, Zipser konterte in Korbnähe mit effektiver Finte und gefühlvollem Korbwurf (69:60/32.). Wenig später begeisterte der Nationalspieler erneut mit einem spektakulären Fadeaway-Treffer gegen Fernandez (74:63/33.). Die Sensation lag buchstäblich in der Luft - FCBB-Kapitän Danilo Barthel versenkte den Dreier aus der Ecke vor der spanischen Bank zum 77:65 (34.). Madrid gab sich aber in keiner Weise geschlagen und war plötzlich mit einem 7:0-Lauf wieder in Schlagdistanz, Monroes Aktion stoppte die Gäste (79:72/35.). Die Fans erhoben sich und pumpten ihre Energie aufs Parkett, aber Madrid arbeitete sich Punkt um Punkt heran: Drei Minuten vor dem Ende waren sie den Münchnern beim 78:81 auf den Fersen. Doch Koponen und Lo trafen binnen 30 Sekunden und zwangen Madrid zur Auszeit (85:78/38.). Monroe wühlte sich zum Korb (87:80/39.). Die Verteidigung der Bayern war der entscheidende Faktor, sie machte den Gästen das Leben maximal schwer. Vorne gab sich Koponen von der Freiwurflinie keine Blöße, Lucic (32 Minuten Einsatzzeit) kämpfte bis zum Umfallen und war per Tipp-In beim Offensivrebound erfolgreich (91:81/noch 48 Sekunden). Madrid versuchte noch einmal alles und erzielte fünf schnelle Punkte in 28 Sekunden, aber Barthel holte einen wichtigen Offensivrebound und bewies Nerven von der Linie (93:86/noch 14 Sekunden) – der Coup war perfekt.

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Foto-Credit: Stickel, Eirich, Rauchensteiner, EuroLeague

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