Die Bayern übernehmen die Spitze

84:80-Triumph gegen Alba Berlin im ausverkauften Audi Dome

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Die stark ersatzgeschwächten Basketballer des FC Bayern München haben den ewigen Rivalen Alba Berlin in der 50. Auflage des Klassikers 84:80 (41:38) bezwungen und sind mit diesem Erfolg die einzige unbesiegte Mannschaft – und stehen an der Tabellenspitze. Im mit 6.500 Fans ausverkauften Audi Dome bot der Deutsche Meister nur 42 Stunden nach der schweren EuroLeague-Partie in Istanbul vor allem in der zweiten Halbzeit eine starke Willensleistung und rang den Vizemeister (ohne Spielmacher Siva) in einer spannenden Schlussphase erfolgreich nieder. Herausragender Akteur war Routinier Alex King mit 19 Punkten, auch weitere Bankkräfte wie DeMarcus Nelson (12) und Diego Flaccadori lieferten den ohne vier angeschlagene Spieler angetretenen Bayern wertvolle Entlastung. In der Defense schaltete vor allem Vladimir Lucic Berlins Topscorer Giedraitis (17 Punkte bis zur Halbzeit) nach der Pause komplett aus. 

Die Bayern spielen am kommenden Freitag (15. November, 21 Uhr/MagentaSport) in der EuroLeague in Valencia, bevor am Sonntag (17.11., 15 Uhr) im Audi Dome das Südderby gegen Bayreuth steigt.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln: 16:22, 25:16, 21:15, 22:27.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 50% (FCBB) / 63% (Berlin); Dreier-Quote: 43% / 39%; Rebounds: 32 / 30. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP), Josh Huestis (Aufbautraining/Knie), Mathias Lessort (im Aufbautraining nach Bänderriss), Nihad Djedovic (Reizung im Knie).

FCBB: Alex King (19 Punkte), Greg Monroe (13/9 Rebounds), Vladimir Lucic (13), DeMarcus Nelson (12), Paul Zipser (9), Petteri Koponen (6/4 Assists), Maodo Lo (4), Diego Flaccadori (4), Danilo Barthel (4/6 Reb), Leon Radosevic und Sasha Grant (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Cheftrainer Bayern München: „Wir haben heute, bis auf die ersten Minuten, sehr gut gespielt. Obwohl wir vor nicht einmal 48 Stunden noch ein schweres EuroLeague-Spiel bei Fenerbahce hatten, haben meine Spieler mit viel Energie und Fokus gespielt. Außerdem haben wir neben dem straffen Zeitplan noch vier verletzte Spieler, das darf man nicht unterschätzen. Jetzt haben wir ein paar Tage Zeit, um uns zu erholen, das ist auch wichtig, da danach sehr schwere Spiele in kürzester Zeit anstehen. Danke an unsere Fans für die heutige Unterstützung.“

Aito, Chefcoach Berlin: „Gratulation an Bayern, sie haben das Spiel verdient gewonnen. Wir haben heute lange versucht dagegen zu halten, doch wir hatten in der entscheidenden Phase zu viele Fehler und Ballverluste. Am Ende hatten wir dann auch nicht mehr genügend Energie.“

Alex King: „Alba ist eine sehr gute Mannschaft, es ging Kopf an Kopf, und wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Es ging um den ersten Platz – wichtig war für uns, dass wir mithalten und das Spiel gewinnen konnten. Wir haben den Zuschauern eine gute Show geboten und sind jetzt froh über einen freien Tag, um uns erstmal auszuruhen.“

Marko Pesic, FCBB-Geschäftsführer: „Wir haben uns im ersten Viertel schwergetan, da hat man die lange Reise nach Istanbul und gestern zurück schon gemerkt. Für diese kurze Vorbereitung war das eine herausragende Leistung. Deswegen muss der Mannschaft und den Trainern ein großes Kompliment aussprechen, weil wir ja auch vier Verletzte haben. Aber heute haben vor allem Alex, aber auch DeMercus und Diego und Leon und alle anderen sehr gut mitgeholfen.“

1. Viertel

FCBB-Coach Dejan Radonjic beorderte Maodo Lo, Petteri Koponen, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe als Starter ins Spitzenspiel gegen die Haupstädter. Vladimir Lucic bediente Greg Monroe fein zum ersten Korb (2:0/1.). Aber auch die Albatrosse fanden ihren Rhythmus recht schnell und gingen dank ihres schnellen Spiels und einer guten Trefferquote in Führung (5:9/5.). Maodo Lo stoppte den 8:0-Lauf der Berliner per Floater (7:10/6.). Berlins Rokas Giedraitis bereitete der Bayern-Defensive aber erhebliche Probleme, er versenkte bereits seinen dritten Drei-Punkte-Wurf (9:16/7.). Alex King lieferte wie so oft frische Energie von der Bank, seine fünf Punkte in Folge brachten die Roten wieder etwas näher heran (14:19/9.). 16:22 aus FCBB-Sicht.

2. Viertel

Die Münchner hatten auch nach der Viertelpause große Schwierigkeiten; die Fans mussten sich zwei Minuten bis zum erfolgreichen Dreier von Alex King gedulden. Der Treffer läutete einen furiosen 21:4-Lauf der Bayern ein, der Titelverteidiger war wieder dran (24:26/14.) und übernahm: Wenig später glich Barthel energisch zum 28:28 aus (15.), Monroe brachte die Münchner nach einer gefühlten Ewigkeit von der Freiwurflinie in Führung (29:28/15.). Sowohl hinten als auch vorne wurde leidenschaftlich um jeden Zentimeter gekämpft. Der FCBB setzte sich etwas ab, doch Giedraitis war schon wieder und bereits zum fünften Mal von jenseits der 6,75m-Linie erfolgreich - Auszeit Bayern (37:33/18.). Bis zum Seitenwechsel pirschten sich die Berliner etwas heran, aber Maodo Lo stibitzte vier Sekunden vor der Sirene den Ball und versenkte den Korbleger zum 41:38.

3. Viertel

Die Bayern setzten mit einem geduldig herausgespielten Lucic-Dreier nach dem Seitenwechsel gleich ein ordentliches Zeichen (44:38/21.). Beide Teams fuhren defensiv die Klauen aus und beharkten sich mit gesunder und zulässiger Härte, der Meister behielt die Nerven und die Nase vorn: Petteri Koponen wurde beim Dreier gefoult und verwandelte alle drei fälligen Freiwürfe (49:42/24.). Die Roten leisteten sich dann zwei, drei Leichtsinnsfehler, die von den Gästen sofort ausgenutzt wurden, um auf zwei Punkte heranzukommen (51:49/27.). Die Defensive der Bayern hielt aber erfolgreich dagegen, nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Diego Flaccadori erhöhte Paul Zipser per Bilderbuch-Sprungwurf auf 55:49 (28.). Die Münchner hatten das Momentum und natürlich das Publikum auf ihrer Seite, Alex King traf zur Begeisterung der Fans den Dreier zur 62:53-Führung nach dem dritten Viertel.

4. Viertel

Die Bayern hatten im Vergleich mit dem Gegner einen Tag weniger Regeneration seit dem letzten EuroLeague-Spiel, schienen jetzt aber die Müdigkeit endgültig aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Nelson besorgte die erste zweistellige Bayern-Führung (65:55/31.). Ein Dreier von Paul Zipser schien den FCBB auf die Siegerstraße zu bringen (68:57/32.), doch plötzlich spielten wieder Ballverluste den Berlinern in die Karten (68:61/33.). Ein Beleg für die Aggressivität in der Verteidigung war die Tatsache, dass beide Kontrahenten bereits nach drei Minuten in diesem letzten Viertel die Teamfoul-Grenze erreicht hatten. King untermauerte seine gute Leistung mit seinem Dreier zur 73:63-Führung (35.). Nach einem Lucic-Dreier war der 34-Jährige erneut erfolgreich und pushte das Publikum (78:67/37.). Die Berliner versuchten, die Bayern mit einer Pressverteidigung über das gesamte Spielfeld aus dem Konzept zu bringen - eine vielversprechende Lösung war da, den Ball zu King in der Ecke zu passen, denn er war prompt mit einem weiteren Dreier zur Stelle (81:69/39.). Dass man sich gegen Berlin nie in Sicherheit wähnen sollte, lehren sämtliche Erfahrungen der vergangenen Partien, plötzlich waren die Gelben 28 Sekunden vor dem Ende wieder auf vier Punkte dran (81:77).  Nelson wurde gefoult, da waren noch 19 Sekunden auf der Uhr, nervenstark verwandelte er beide Freiwürfe zur 83:77-Führung.

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Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner, Eirich

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