75:87 gegen Panathinaikos

Ersatzgeschwächte Bayern können Athen nach der Pause nicht mehr stoppen

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Die Basketballer des FC Bayern München haben in der Doppelspiel-Woche der EuroLeague nach dem 85:82-Erfolg über Olympiakos Piräus die zweite Heimpartie gegen Panathinaikos Athen 75:87 (35:36) verloren und konnten somit ihr Konto in der Königsklasse nicht ausgleichen (4:6). Vor 6.089 Zuschauern in der südländischen Atmosphäre des Audi Dome, darunter rund 600 stimmungsvolle griechische Fans, legten die Bayern einen starken Start hin, kassierten jedoch zwischen der 19. und 27. Minuten einen 25:4-Lauf der Gäste. Den Münchnern machte gegen den nach der Pause stark verteidigenden Favoriten offenkundig die dünne Personaldecke zu schaffen, auch Nihad Djedovic fehlte erneut wegen seiner schmerzhaften Knieblessur. Ein erneut gut aufgelegter Paul Zipser war mit 23 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern.

Bereits am Sonntag spielen die Bayern in Leipzig gegen den MBC (15 Uhr), bevor erneut nur zwei Tage später, am Dienstag (26.11.), Ulm beim Tabellenführer im Audi Dome antritt (20.30 Uhr).

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Die Punkteverteilung nach Vierteln: 24:16, 11:20, 18:29, 22:22.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 53% (FCBB) // 51% (Athen); Dreier-Quote: 33% // 46%; Rebounds: 35 // 32; Assists: 15 // 21; Ballverluste: 10 // 6. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP), Josh Huestis (Aufbau nach Kniebeschwerden) und Nihad Djedovic (Kniereizung).

FCBB: Paul Zipser (23 Punkte/7 Rebounds), Greg Monroe (15/8 Reb.),Maodo Lo (8), Mathias Lessort (8), Vladimir Lucic (7), Danilo Barthel (5), DeMarcus Nelson (4), Petteri Koponen (3), Leon Radosevic (2), Alex King, Diego Flaccadori und Sasha Grant.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Chefcoach München: „Wir haben sehr gut begonnen, doch vor allem in der zweiten Halbzeit hat Panathinaikos eine sehr starke Defense gespielt, sehr physisch. Dadurch haben sie Fastbreak-Punkte machen können und sichtbar an Selbstvertrauen gewonnen. Das sah man auch an ihrer Dreierquote in der zweiten Halbzeit, dann haben sie das Spiel kontrolliert. Gratulation also zu einem verdienten Sieg. Nun reisen wir schon morgen (Samstag) nach Leipzig, von den verletzten Spielern wird dort leider wieder keiner eine Option sein. Und am Dienstag geht es weiter gegen Ulm. So ist eben der Spielplan.“

Giorgos Vovoras, Cheftrainer Athen: „Der Schlüssel war heute die Defensive. Wir wussten, dass sie, da sie ja auch wieder ohne Djedovic spielten, mit einer großen Aufstellung spielen würden, zunächst mit Lucic auf der Zwei. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir dann dagegen ein gutes Match-Up gefunden. Wir haben eine großartige Verteidigung gespielt, sind Fastbreaks gelaufen und haben die Rebounds kontrolliert. Wir hatten am Ende auch wieder 21 Assists; so musst du auswärts spielen, wenn du gewinnen willst.“

Paul Zipser: „Panathinaikos war nicht so viel besser, sie hatten einfach in der zweiten Hälfte einen dicken Run, gegen den wir keine Lösung gefunden haben. Ich denke, in der ersten Halbzeit waren wir besser; es war nur bitter, dass wir nicht mit zehn Punkten geführt haben.“

1. Viertel

Maodo Lo, Vladimir Lucic, Paul Zipser, Danilo Barthel und Greg Monroe bildeten die Startformation von FCBB-Coach Dejan Radonjic. Lo knüpfte nahtlos an seine großartige Leistung gegen Piräus an und versenkte gleich seinen ersten Wurf von jenseits der Drei-Punkte-Linie zur 3:2-Führung. Der griechische Meister konterte mit zwei Dreiern, das Spiel gestaltete sich als munterer Aufgalopp auf hohem Niveau vor prächtiger Kulisse, denn zahlreiche Gäste-Fans sorgten neben jenen der Bayern ebenfalls für Stimmung. Der Ball lief gut durch die Reihen des FCBB und wurde wiederholt und geschickt in die Hände von Greg Monroe gebracht, der mit zwei Drei-Punkt-Spielen maßgeblich dazu beitrug, dass sich die Roten etwas absetzen konnten (18:10/6.). Monroe erzielte im ersten Viertel elf Punkte, nach seiner von Applaus begleiteten Auswechslung schlossen die Münchner etwas zu hastig ab, die Griechen verkürzten auf 19:14 (8.). Mathias Lessort und DeMarcus Nelson brachten frische Energie aufs Parkett - nach zehn Minuten führte der FCBB 24:16.

2. Viertel

Der Rekord-Champion der EuroLeague aus Athen drehte auf, Coach Radonjic reagierte sofort mit einer Auszeit (27:23/13.). Ex-Bayer Tyrese Rice brachte sein Team mit zwei Freiwürfen weiter heran, doch Paul Zipser schnappte sich hinten den Ball, sprintete die Gegner umkurvend „Coast to Coast“ und schloss zur 29:25-Führung ab (14.). Die Roten spürten jetzt den Atem der Griechen im Nacken, Maodo Lo zauberte und bediente FCBB-Kapitän Barthel per Alley Oop zum Dunking - Auszeit Panathinaikos (33:29/17.). München verteidigte recht gut - der Ausnahmespieler Nick Calathes wurde bei zwei Punkten gehalten – und hatte zu diesem Zeitpunkt bei den Rebounds deutlich Oberwasser (19:13). Zwei, drei Fehlwürfe der Bayern nutzte Athen aber sofort gnadenlos aus und ging kurz vor Ablauf der ersten Halbzeit in Führung (35:36).

3. Viertel

Monroe und Zipser eroberten die Führung zurück (39:38/22.), aber die Freude der Fans währte nur Sekunden, und schon jubelten die Panathinaikos-Anhänger im Audi Dome - Auszeit Bayern (39:43/23.). Die Defensive der Athener agierte deutlich galliger und zerstörte sämtliche Bemühungen der Bayern, vorne setzten die Griechen Treffer um Treffer und bauten den Lauf auf zum Entsetzen der Bayernfans scheinbar unaufhaltsam auf 20:0-Lauf aus. Paul Zipser pflügte mit Macht durch die Zone Panathinaikos’ und war endlich per Korbleger erfolgreich (41:58/28.). Sein Treffer wirkte wie eine Erlösung: Die Münchner konterten mit einem blitzartigen 9:2-Lauf (29.). Die Bayern hatten sich erholt, die kurze starke Phase tat dem Spiel gut und ermöglichte nach dem dritten Viertel eine Position, die noch lange nicht aussichtslos war, schließlich hatten die Roten erst drei Tage zuvor im letzten Viertel einen 12-Punkte-Rückstand gedreht - 53:65.

4. Viertel

Die ersten Würfe des Deutschen Meister verfehlten unglücklich ihr Ziel, ein weiterer Floater von Tyrese Rice tat den Münchnern weh. Fünf schnelle Punkte von Zipser brachten den Rückstand des FCBB in den einstelligen Bereich (58:67/33.), aber die Freude zerstob augenblicklich wieder: Ein trockener 7:0-Lauf der Griechen kam einer Vorentscheidung gleich (58:74/34.). Ein Dreier von Barthel ließ die Fans noch einmal hoffen, aber Panathinaikos war zu stark und beantwortete den Treffer umgehend mit einem Mitoglou-Dreier (63:80/36.). Die Münchner ließen die Köpfe allerdings nicht hängen und kämpften weiter. Mathias Lessort war ein ums andere Mal erfolgreich - die Bayern betrieben zumindest Schadensbegrenzung, wenngleich die Niederlage gegen den Griechischen Meister nicht mehr abzuwenden war.

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ZUM SPIELPLAN

 

Foto-Credit: Stickel, Eirich, EuroLeague & Rauchensteiner

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