Furioses viertes Viertel zum 85:82

Maodo Lo führt die Bayern zum Premierensieg gegen Piräus

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Die weiterhin ersatzgeschwächten Basketballer des FC Bayern haben nach drei Auswärtsniederlagen in Serie auch in der EuroLeague zurück in die Erfolgsspurt gefunden: Gegen den bis dahin punktgleichen Tabellennachbarn Olympiakos Piräus gewann der Deutsche Meister nach einem spektakulären Finish noch 85:82 (43:44) und feierte damit im fünften Duell mit dem griechischen Topklub den ersten Sieg überhaupt. Mit nun vier Siegen hat der FCBB nach neun Spieltagen seine Position im Mittelfeld festigen können.

Vor 5.096 Zuschauern erzielten die deutschen Nationalspieler Maodo Lo (19), Danilo Barthel (18) und Paul Zipser zusammen 50 Punkte für die kampfstarken Bayern. Sie holten in den letzten neun Minuten einen Zwölf-Punkte-Rückstand (55:67/31.) noch auf. Vor allem Spielmacher Lo brillierte nach den unglücklich absolvierten Vierteln Nummer zwei und drei im letzten Abschnitt (30:19) mit zwölf Punkten und fünf Assists. Hinter dem 26-Jährigen punkteten vier weitere Münchner zweistellig, während Nihad Djedovic erneut verletzungsbedingt passen musste.

Der zweite Teil der „Greek Week“ in der Königsklasse gegen den griechischen Landesmeister Panathinaikos Athen folgt Freitag (22.11.) ab 20.30 Uhr im Audi Dome.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln: 23:16, 20:27, 12:19, 30:19.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 54% (FCBB) // 65% (Piräus); Dreier-Quote: 46% // 31%; Rebounds: 26 // 30; Assists: 19 // 12; Ballverluste: 11 // 16. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP), Josh Huestis (Aufbau nach Kniebeschwerden) und Nihad Djedovic (muskuläre Probleme nach Kniereizung).

FCBB: Maodo Lo (19 Punkte/4 Dreier/7 Assists), Danilo Barthel (18), Greg Monroe (15/7 Reb.), Vladimir Lucic (13/5 Reb), Paul Zipser (13), Mathias Lessort (5), Diego Flaccadori (2), Alex King, Petteri Koponen, DeMarcus Nelson, Leon Radosevic, Sasha Grant.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Chefcoach München: „Glückwunsch an die Spieler zu einem wichtigen Sieg. Heute muss ich speziell auch den Fans danken, sie haben uns sehr geholfen, vor allem im letzten Viertel. Der Anfang verlief zunächst gut, bevor wir im zweiten Viertel zu viele einfache Punkte zugelassen haben. Im letzten Viertel war dann alles ganz anders, wir haben dann wieder sehr gut verteidigt und vorne zudem einige schwere Würfe getroffen. Und das bei den Verletzungsproblemen, die wir haben und dem engen Spielplan, deswegen bin ich heute sehr zufrieden mit der Mannschaft.“

Kestutis Kemzura, Cheftrainer Olympiakos: „Es war ein knappes, hartes Spiel, das wir heute verloren haben. Glückwunsch an Bayern, vor allem zu ihrem Auftritt im letzten Viertel. Dort haben sie wichtige Dreier getroffen und wir hatten Probleme die Intensität hoch zu halten. Bis dahin haben wir gut gekämpft und so im dritten Viertel einen kleinen Vorsprung herausholen können. Doch danach haben wir einfach die Kontrolle verloren.“

Maodo Lo: „Wir haben zwischendrin leider den Rhythmus verloren. Aber wir wussten, dass wir zurückkommen können, wenn wir nur zusammenbleiben und auf acht, zehn Punkte dranbleiben. Genauso ist es gekommen, wir hatten dann schnell einen Run im letzten Viertel und das hat uns eine große Motivation gegengeben. Das ist ein toller Erfolg, weil uns ja auch immer noch einige Spieler fehlen.“      

Danilo Barthel: „Die Energie, die wir im vierten Viertel nochmal aufbringen konnten, vor allem defensiv, hat uns nach einem verschlafenen Start in die zweite Halbzeit geholfen. Und dann fallen vorne gleich ein paar schwere Würfe rein, wenn wir hinten ein paar Stopps bekommen. Der Sieg war sehr wichtig, mit einem weiteren am Freitag hätten wir wieder eine ausgeglichene Bilanz. Gerade nach den weniger guten Leistungen zuletzt in der EuroLeague war dies heute eine Belohnung für uns.“

1. Viertel

Maodo Lo, Vladimir Lucic, Paul Zipser, Danilo Barthel und Greg Monroe kamen als Starter auf das Parkett. In den ersten Minuten agierten die Gäste wacher (0:4/2.), aber der FCBB reagierte: Lo beruhigte im Spielaufbau und erzielte erst den 4:4-Ausgleich – und zwang Olympiakos wenig später mit einem Dreier zur Auszeit (13:6/5.). Aus einer starken Defensive heraus (sechs Ballverluste der Griechen in sechs Minuten) wurde der Ball schnell und clever bewegt, wodurch sich die Bayern mit einem sehenswerten 9:0-Lauf belohnten (17:6/7.). Olympiakos konterte mit einem trockenen 5:0-Run, Auszeit FCBB (17:11/8.). Das erste Viertel beendeten die durch Ballverluste und eine schlechtere Wurfauswahl etwas aus dem Rhythmus geratenen Roten dank eines Vier-Punkt-Spiels von Lucic mit 23:16.

2. Viertel

Greg Monroes Qualitäten in Korbnähe wurden geschickt eingesetzt, er produzierte zuverlässig Zählbares (26:20/11.). Ein heiß laufender Taylor Rochestie bereitete den Bayern jedoch Schwierigkeiten, gegen Mitte des Spielabschnitts wirkte die Verteidigung ein wenig schläfrig – die Gäste kamen auf 33:31 heran (15.). Monroe hielt die Bayern im Spiel und verhinderte den Führungswechsel (37:33/16.). Die Basketball-Legende Vassilis Spanoulis kam zurück aufs Feld und bescherte seinem Team mit fünf Punkten in Folge tatsächlich die Führung, die Bayern wankten (39:40/18.). Zipser sammelte aber noch fleißig Punkte, um die Griechen lediglich mit einem Punkt Vorsprung in die Kabine zu entlassen – 43:44.

3. Viertel

Die Bayern starteten mit zwei Ballverlusten ins dritte Viertel, Lucic beendete die Flaute mit dem Treffer zum 45:48 (23.). Die Offensive wirkte etwas statisch, die Griechen agierten wesentlich flinker und cleverer – Auszeit FCBB (49:57/25.). Die Unterbrechung vermochte den Gästen das Momentum nicht zu entreißen, sie pirschten sich zweistellig davon (49:59/26.). Mathias Lessort hauchte neues Leben ein, Freiwürfe von ihm und Barthel verkürzten den Rückstand (54:61/28.). Die Münchner hatten jetzt aber auch viel Pech beim Abschluss, also mussten sie auf eine Aufholjagd und die Wende im letzten Viertel hoffen. 55:63 nach drei Spielabschnitten.

4. Viertel

Die Münchner versuchten mit zunehmender Verzweiflung den Anschluss wiederherzustellen, Los Dreier ließ die Fans an die erhoffte Initialzündung glauben (58:67/32.). Bereits nach drei Minuten standen die Teamfouls der Griechen bei fünf, so dass sich wenigstens noch einige Chancen von der Freiwurflinie ergeben würden. Die Bayern mobilisierten die letzten Kräfte: Lucic und Barthel setzten sich durch und verkürzten auf 64:69 (35.). Ein irrer Dreier von Barthel elektrisierte die Fans und läutete einen 7:0-Lauf zur Führung ein (72:71/37.). Plötzlich war die Defensive der Münchner hellwach und effektiv, vorne verwandelte Lo erst zwei Freiwürfe und jagte dann noch den Dreier hinterher (77:72/38.). Nach einem Drei-Punkt-Spiel von Piräus versenkte der vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Playmaker der Bayern seinen nächsten Dreier – der Dome explodierte (80:75/noch 83 Sekunden). Einen großartigen Spielgestalter zeichnet die Übersicht aus, und Lo hatte den Blick für Monroe und bediente ihn wunderschön zum Korbleger (82:75/noch 45 Sek.). Ein Zufallstreffer von Olympiakos beim Offensivrebound spielte den Gästen in die Karten – Auszeit Bayern (82:77/34 Sek.). Die Verteidigung der Griechen über das ganze Feld wurde souverän überwunden, Barthel war unter dem Korb mit wenig Mühe erfolgreich (84:77) – der vierte Sieg in der EuroLeague war sicher.

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Foto-Credit: Stickel, Eirich & Rauchensteiner

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