82:76-Derbyerfolg in Bamberg

Die Bayern holen den 13. Sieg im 13. Spiel

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Die Basketballer des FC Bayern München haben nach der EuroLeague-Heimniederlage am Freitag gegen Kaunas eindrucksvoll reagiert und das letzte Spiel des Jahres 2019 in Bamberg 82:76 (43:39) gewonnen. Damit ist der Deutsche Meister auch nach 13 BBL-Spielen unbesiegter Tabellenführer, obwohl nach Leon Radosevic (Magen-Darm) auch Kapitän Danilo Barthel (Schlag gegen die Bandscheibe) verletzt passen musste.

Vor 6.150 Zuschauern lagen die kampfstarken Bayern in einem spannenden Derby trotzdem meist in Führung und gerieten nur im dritten Viertel ins Straucheln, auch wegen 14 Offensivrebounds des Brose-Teams  - doch ein entschlossener 17:4-Lauf des Trios Lucic, Zipser und Koponen brachte die Wende. Im letzten Viertel mobilisierten die Gäste ihre letzte Energie und sicherten den Erfolg von der Freiwurflinie. Greg Monroe war mit 20 Punkten der erfolgreichste Werfer vor dem bärenstarken Allrounder Lucic (18).

Bereits am Neujahrstag reisen die Bayern zum schweren Auswärtsspiel in der EuroLeague bei Roter Stern Belgrad (2.1., 19 Uhr). Das nächste Heimspiel führt in der Königsklasse den Titelverteidiger ZSKA Moskau in den Audi Dome (Freitag, 10.1., 20.30 Uhr).

Zu den Tickets

Die Punkteverteilung nach Vierteln (aus Sicht der Bayern): 21:17, 22:22, 21:22, 18:15.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 52% (FCBB) // 65% (Bamberg); Dreier-Quote: 41% // 23%; Freiwurf-Quote: 84% // 61%; Rebounds: 24 // 33; Assists: 12 // 13; Ballverluste: 17 // 20. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP), Leon Radosevic (Virus) und Diego Flaccadori (Ausländerregel).

Für den FC Bayern Basketball spielten: Greg Monroe (20 Punkte/6 Rebounds), Vladimir Lucic (18/5 Reb.), Nihad Djedovic (14), Paul Zipser (12), Petteri Koponen (9), Maodo Lo (5), Mathias Lessort (3), Josh Huestis (1), Alex King, Danilo Barthel und DeMarcus Nelson.

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Chefcoach FCBB: „Gratulation an meine Spieler zu diesem Sieg. Das war eine wichtige Reaktion nach dem Spiel gegen Kaunas. Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften, ein interessantes Spiel. Wir haben gut begonnen, abgesehen von der Sache mit Danilo nach wenigen Sekunden; somit war ein weiterer Spieler draußen. Ich glaube, es ist nichts Ernstes und hoffe, dass er im nächsten Spiel oder in den nächsten Spielen wieder dabei ist. Wir hatten das ganze Spiel Probleme mit ihren Offensivrebounds, auch Lee hat gut gespielt. Aber in den letzten Minuten war unsere Verteidigung wieder auf der Höhe und das hat dann gereicht zum Sieg.“

Vladimir Lucic: „Unglücklicherweise haben wir in Danilo Barthel einen unserer wichtigsten Spieler verloren, dadurch wurde die Aufgabe einer Reaktion auf die Niederlage gegen Kaunas noch schwieriger. Wir wollten heute antworten, aber vor diesen großartigen Fans hier in Bamberg ist es nicht einfach. Ich denke aber, dass wir das gut gemacht haben. Nun haben wir eine Reihe schwerer Spiele vor uns und ich hoffe, dass wir fokussiert sind und so viele wie möglich gewinnen.“

Maodo Lo: „Bamberg ist eine talentierte Mannschaft, die gut gespielt hat. Das Spiel war vielleicht nicht das schönste, aber wir haben es geschafft, diese schwere Partie für uns zu entscheiden. Unsere tiefe Bank hat uns sehr geholfen, aber angesichts unseres Pensums ist es sehr schwierig, solche Spiele zu gewinnen. Es war sehr hart heute, aber wir haben das hinbekommen.“

1. Viertel

FCBB-Coach Dejan Radonjic begann die Partie mit DeMarcus Nelson, Petteri Koponen, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Greg Monroe. Eine erste Schrecksekunde ereilte die Münchner gleich im ersten Angriff, als sich Danilo Barthel verletzte und fortan nicht mehr mitwirken konnte. Die Bamberger begannen stark, der erste vernünftige Wurf ergab sich für den FCBB erst nach über zwei Minuten: Monroe war per Sprungwurf erfolgreich und verkürzte auf 2:5 (3. Spielminute). Die Bayern stabilisierten ihre Verteidigung, Lucic postierte sich gut und zog das Offensivfoul. Greg Monroe war offensiv der spielbestimmende Akteur, indem er die ersten sechs Punkte im Alleingang erzielte (6:9/5.). Zwei erfolgreiche Dreier wendeten das Blatt und sorgten für die erste Führung der Bayern - Lucic und Djedovic verwandelten sicher (12:9/6.). Paul Zipser kam aufs Parkett und wurde sogleich gesucht, sein Dreier bedeutete die 17:14-Führung (9.). Nach dem Auftaktviertel hatten die Bayern die Nase vorn - 21:17.

2. Viertel

Nihad Djedovic, der aufgrund eines im Training erlittenen Nasenbeinbruchs mit Gesichtsmaske spielte, brachte seinen zweiten Drei-Punkte-Wurf ins Ziel (24:17/11.). Die Münchner überraschten die Bamberger mit einem 9:2-Lauf und zwangen sie zur Auszeit (30:19/12.). Greg Monroe bot eine Gala-Vorstellung und war von den Bambergern nicht zu stoppen, in Minute 14 hatte er bereits 18 Punkte auf dem Konto und sich lediglich einen Fehlwurf geleistet (36:23/14.). Der deutsche Meister drückte dem Spiel seinen Stempel auf, die Bamberger waren nur mit Einzelaktionen erfolgreich. Doch wie aus dem Nichts kippte das Momentum, einen 9:0-Lauf der Franken stoppte erst Mathias Lessort mit einem Freiwurf (39:34/18.). Lucic übernahm einmal mehr Verantwortung und war entschlossen zum Korb ziehend mit einem Drei-Punkt-Spiel erfolgreich (42:37/19.). Die Atmosphäre auf dem Parkett wurde hitziger, aber so gehört sich das in diesem Traditionsduell. Die Münchner führten zur Halbzeit 43:39.

3. Viertel

Die Gastgeber kamen aggressiver aus der Kabine, nach deren 5:0-Lauf nahm FCBB-Coach Radonjic eine Auszeit (43:44/23.). Die Offensive der Münchner hatte Schwierigkeiten, gleichzeitig kamen die Bamberger auch offensiv immer besser ins Laufen (47:51/25.). Lucic hielt die Münchner im Spiel, indem einzig und alleine er bis zu diesem Zeitpunkt im dritten Viertel gepunktet hatte (51:52/27.). Ein bockstarkes Drei-Punkt-Spiel von Paul Zipser bescherte den Führungswechsel, die Bayern waren wieder voll da (54:52/27.). Ein Koponen-Dreier komplettierte den 10:1-Lauf der Münchner (57:52/28.). Die Bayern waren voll auf Kurs, doch zwei schnelle Dreier der Franken ließ den Vorsprung des FCBB auf drei Punkte schrumpfen - 64:61.

4. Viertel

Koponen warf, und Koponen traf - natürlich von jenseits der Dreier-Linie (69:63/31.). Die Teams beharkten sich jetzt bis hart an die Grenze des Erlaubten, unsportliche Fouls auf beiden Seiten waren die Folge. Die Bayern versäumten es in dieser Phase, sich abzusetzen – die Franken waren sofort zur Stelle und verkürzten auf 68:70 (34.), Auszeit FCBB. Die Unterbrechung stoppte den Flow der Bamberger, die Bayern setzten sich mit Freiwürfen wieder etwas ab (73:68/36.). Beide Teams waren mit ihren Kräften sichtlich am Ende. Die Gäste aber verteidigten weiterhin ordentlich und waren seit Minute 31 ausschließlich mit Freiwürfen erfolgreich - 19 an der Zahl (78:71/38.). 33 Sekunden vor dem Ende brachte ein Sengfelder-Dreier Brose noch einmal auf vier Punkte heran, Radonjic nahm natürlich eine Auszeit (78:74). Mit etwas Glück brachte der FCBB den Ball nach vorne, Bamberg foulte dann genau den Richtigen: Djedovic waren die beiden Freiwürfe ein Vergnügen (80:74/noch 27 Sek.). Mit letzter Energie rettete sich der FCBB über die Ziellinie zum verdienten Erfolg. Ihnen gelang zwar kein einziger Feldkorb während der letzten neun Minuten, doch sie verwandelten nach aggressiven Vorstößen zum Brett insgesamt 13 Freiwürfe.

Zum Spielplan

Foto-Credit: Stickel & Löb

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