Ohne Rhythmus gegen Kaunas

Herbe 73:98-Niederlage der Bayern

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Die Basketballer des FC Bayern München haben im letzten Heimspiel des Jahres einen rabenschwarzen Abend erwischt und in der EuroLeague gegen Zalgiris Kaunas deutlich 73:98 (35:43) verloren. 6.500 Zuschauer im ausverkauften Audi Dome sahen gut startende Bayern, die allerdings nach der frühen 11:5-Führung einen 2:21-Run der stark werfenden Gäste kassierten und dann offensiv wie defensiv nie mehr zu ihrem Rhythmus fanden. Damit verpasste der FCBB eine gute Chance, sich im vorderen Mittelfeld zu platzieren. Danilo Barthel war mit 20 Punkten der erfolgreichste Werfer der Bayern.

Die nächsten Aufgaben werden nun nicht leichter: Am kommenden Montag (30. Dezember, 20.30 Uhr), muss der Deutsche Meister zum Tabellenvierten Bamberg, der den ersten Bayern-Verfolger Ludwigsburg am Freitagabend daheim 75:68 besiegte. An Neujahr reisen die Münchner zum nächsten EuroLeague-Einsatz bei Roter Stern Belgrad. Das nächste Heimspiel steigt am 10. Januar gegen Titelverteidiger ZSKA Moskau.

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Die Punkteverteilung nach Vierteln: 13:21, 22:22, 15:25, 23:30.

Zahlen & Fakten – Zweier-Quote: 40% (FCBB) // 59% (Kaunas); Dreier-Quote: 50% // 46%; Rebounds: 28 // 27; Assists: 16 // 29; Ballverluste: 20 // 7. – Es fehlten: TJ Bray (Aufbau nach Fuß-OP) und Leon Radosevic (Magen-Darm-Infekt).

FCBB: Danilo Barthel (20 Punkte/5 Rebounds/4 Dreier), Paul Zipser (13), Petteri Koponen (9/3 Dreier), Nihad Djedovic (9), Maodo Lo (8/7 Assists), Vladimir Lucic (5/5 Reb), DeMarcus Nelson (5), Greg Monroe (2/7 Reb), Mathias Lessort (2),  Diego Flaccadori, Joshua Huestis und Alex King (dnp).

Die Stimmen zum Spiel:

Dejan Radonjic, Chefcoach München: „Glückwunsch an Zalgiris. Sie haben sehr gut gespielt. Sie hatten einen guten Rhythmus und haben gerade von außen sehr stark getroffen. Sie haben in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert. 20 Ballverluste waren zu viel. Alles in allem hatte Zalgiris heute einen sehr guten Tag erwischt und wir haben leider unseren Fokus verloren.“

Sarunas Jasikevicius, Cheftrainer Kaunas: „Wir sind sehr glücklich mit dem heutigen Sieg. Es ist immer schwer, hier zu spielen und viele große Mannschaften hatten bereits Probleme. Daher bin ich sehr zufrieden mit meinem Team. Nach einer Niederlagenserie von neun Spielen, in denen wir auch schon häufig sehr gut spielten, haben wir diesmal endlich unsere Würfe getroffen und konnten somit gewinnen.“

1. Viertel

Gegen den aktuellen Tabellenletzten bestückte FCBB-Coach Radonjic die erste Fünf mit Maodo Lo, Petteri Koponen, Vladimir Lucic, Danilo Barthel und Mathias Lessort. Barthel eröffnete den Punktereigen mit zwei souverän verwandelten Freiwürfen. Angesichts des flotten Spielauftaktes mit spektakulären Szenen war sofort Stimmung in der ausverkauften Bude - die Bayern trafen gut und führten in der dritten Spielminute 11:5. Der Spielfluss der Bayern geriet dann aber gehörig ins Stocken, weil die Litauer aggressiver verteidigten und sich mit einem zackigen 10:0-Lauf die Führung schnappten (11:15/7.). Ein Steal und ein Korbleger von DeMarcus Nelson stoppten die Gäste, aber nur kurz, da sie mit den Distanzwürfen eine ihrer gefürchteten Spezialitäten unter Beweis stellten und bereits den fünften Drei-Punkte-Wurf ins Ziel brachten - 13:21.

2. Viertel

Der Serienmeister Litauens machte genau da weiter, wo er in Viertel eins aufgehört hatte, er traf die Dreier und baute den Vorsprung aus (13:26/11.). Die Münchner kämpften verzweifelt, aber die Chancenverwertung war weniger als suboptimal. Die Litauer dagegen trafen zwar seltener als zuvor, aber immer noch mit schöner Regelmäßigkeit - Auszeit Bayern (15:30/14.). Gelegentlich gelangen den Bayern Dreier - Koponen und Barthel verkürzten auf 21:32 (17.). Zalgiris dachte aber nicht daran, freiwillig nachzulassen, und traf jetzt auch die schwierigen Würfe mit quasi abgelaufener Wurfuhr (23:37/18.). Fünf Lo-Punkte in Folge brachte die Bayern in den psychologisch so wichtigen Bereich des einstelligen Rückstandes (28:37/18.), wenig später schob sich der Deutsche Meister durch den dritten Koponen-Dreier noch weiter heran, Auszeit Kaunas (33:41/19.). Die Fans waren begeistert, denn die Münchner waren einstellig in Reichweite und schufen sich mit dem 35:43-Rückstand zur Halbzeit eine vielversprechende Ausgangsbasis.

3. Viertel

Die Hoffnungen zerstoben recht schnell, da die Litauer die Roten mit einem 9:3-Lauf kalt erwischten und FCBB-Coach Radonjic zur frühen Auszeit zwangen (38:52/23.). Im Spiel der Bayern war gehörig Sand im Getriebe, nach einer gefühlten Ewigkeit war DeMarcus Nelson von jenseits der Drei-Punkte-Linie erfolgreich (41:54/25.). Den Münchnern unterliefen unerklärliche Fehler - bei der nächsten Auszeit war Kaunas bedrohlich enteilt (41:60/27.). K.C. Rivers, ein ehemaliger Roter, verwandelte den Dreier, der den Rückstand der Bayern auf über 20 anwachsen ließ (41:63/27.). Nach 30 Minuten lagen die Münchner 50:68 zurück.

4. Viertel

Kaunas startete ins abschließende Viertel unmittelbar mit einem Dreier und hatte das Momentum offensichtlich abonniert - da konnten sich die Münchner noch so reinhängen, der Rückstand blieb hoch (55:75/33.). Die Fans gaben alles, erhoben sich und trieben die Münchner lautstark nach vorne. Paul Zipser marschierte voran und erzielte acht Zähler in Folge, aber den Gästen gelangen ebenfalls immer wieder Treffer (61:82/35.). Die Niederlage war nicht mehr abzuwenden, immerhin kämpfte der FCBB bis zum Schluss und verließ das Parkett erhobenen Hauptes mit dem aufmunternden Applaus der Fans.

 

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Foto-Credit: Stickel, Rauchensteiner

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